Kommunale Wärmeplanung: Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vorgestelltDie Gemeinde Reken treibt die kommunale Wärmeplanung weiter voran und hat Ende März einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Bei einem interkommunalen Akteurstreffen wurden erstmals die vorläufigen Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse präsentiert und gemeinsam mit zentralen lokalen und regionalen Akteuren diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Energieversorgung, Landwirtschaft und Industrie nahmen an der Veranstaltung teil. Durch den interdisziplinären Austausch konnten verschiedene Perspektiven eingebunden und eine abgestimmte Vorgehensweise für die zukünftige Wärmeversorgung erarbeitet werden. Präsentiert wurden erste fundierte Erkenntnisse zum aktuellen und zukünftigen Wärmebedarf im Gemeindegebiet, zur bestehenden Versorgungsinfrastruktur sowie zu identifizierten Potenzialen. Im Rahmen der Bestandsanalyse wurde erarbeitet, dass der Gebäudebestand überwiegend durch Wohnnutzung geprägt ist. Gleichzeitig dominieren derzeit fossile Energieträger die Wärmeversorgung. Erdgas und Heizöl decken mit über 85 % den größten Anteil des Wärmebedarfs ab. Die eingesetzten Heizsysteme sind räumlich unterschiedlich verteilt: In den dicht bebauten Ortskernen überwiegen meist Gaskessel, während außerhalb der Gemeindekerne häufiger Ölkessel oder andere dezentrale Lösungen zum Einsatz kommen. Mehreren Wärmenetze in Groß Reken und Maria Veen sowie außerhalb der Gemeindekerne decken ca. 4 % des Gesamtwärmebedarfs der Gemeinde. Wärmepumpen machen mit einer Anzahl ca. 440 ungefähr 12 % der installierten Heizsysteme aus. Der Beginn der Dekarbonisierung des Wärmesektors ist somit bereits im vollen Gang. Gebiete mit einer hohen Wärmebedarfsdichte – etwa in Ortskernen mit enger Bebauung oder in Gebieten mit größeren kommunalen Liegenschaften wie Schulen oder Verwaltungsgebäuden – eignen sich grundsätzlich stärker für leitungsgebundene Versorgungsoptionen wie Wärmenetze oder alternative gasförmige Energieträger. Diese Optionen werden im weiteren Verlauf der kommunalen Wärmeplanung vertieft geprüft. Im nächsten Schritt werden auf Grundlage der Analyseergebnisse konkrete Zielszenarien für eine zukünftige Wärmeversorgung erstellt. Dabei wird das Gemeindegebiet in unterschiedliche Versorgungsbereiche unterteilt. Grundsätzlich werden drei Versorgungsoptionen betrachtet: Einzelversorgung, Wärmenetzversorgung und Versorgung über grüne Gase. Diese werden unter technischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten bewertet. Als Ergebnis entsteht ein Abbild des Gemeindegebiets, das für die jeweiligen Teilgebiete die voraussichtlich sinnvollste Wärmeversorgungsart aufzeigt. Darauf aufbauend werden Maßnahmen und Entwicklungspfade für die schrittweise Transformation der Wärmeversorgung definiert. Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Instrument. Sie dient der langfristigen Orientierung für die Gemeinde und schafft Transparenz über mögliche zukünftige Versorgungsoptionen. Die kommunale Wärmeplanung begründet keine unmittelbaren Verpflichtungen für einzelne Gebäude oder Haushalte. |
| 24.04.2026 |