26.01.2026

Erinnerung in Reken

Die Jüdischen Friedhöfe in Reken sind Zeugen einer einst lebendigen Jüdischen Kultur in unserer Gemeinde, die durch die Verbrechen des Nationalsozialismus fast vollständig ausgelöscht wurde. Zur bleibenden Erinnerung an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Rekens, die auf den beiden jüdischen Friedhöfen in Groß Reken und Klein Reken ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, hat der Heimatverein Reken das Anbringen von Stelen mit ihren Namen und Hintergrundinformationen initiiert.

Die Vertreter des Heimatvereins zusammen mit Bürgermeister Manuel Deitert vor der Stele in Groß Reken - Uli Hengemühle, Hermann Holthausen, Claas Wübbeling, Raimund Wolter, Bürgermeister Manuel Deitert (v.l.n.r.)

Das Projekt wurde als Kleinprojekt im Rahmen der LEADER-Region Hohe Mark umgesetzt. Begleitend dazu wurden die Grabsteine auf beiden Friedhöfen sorgfältig dokumentiert. Die hebräischen Inschriften wurden erfasst, übersetzt und damit erstmals auch für heutige Generationen les- und verständlich gemacht.

Stele mit Inschriften und Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Klein Reken

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in einer Broschüre zusammengeführt worden. Sie ist bewusst mehr als eine bloße Auflistung von Namen und Lebensdaten. Mit der Dokumentation aller in Reken bestatteten jüdischen Menschen wird ein wichtiges Kapitel der lokalen Geschichte bewahrt und sichtbar gemacht. Zugleich möchte die Broschüre Raum für Erinnerung, Innehalten und Respekt schaffen – und den Verstorbenen ihre Namen und ihre Würde zurückgeben.

Ergänzend dazu ist eine weitere Broschüre entstanden, die sich den in Reken verlegten Stolpersteinen widmet und die Lebenswege der Menschen nachzeichnet, an die im öffentlichen Raum erinnert wird. Beide Broschüren sind kostenlos im Bürgerbüro erhältlich und laden dazu ein, sich bewusst mit der jüdischen Geschichte Rekens auseinanderzusetzen und das Erinnern als Teil der gemeinsamen Verantwortung zu verstehen.

Das Projekt wurde mit Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalens aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes gefördert. Den Eigenanteil hat die Gemeinde Reken finanziert.