Bronzekunstwerk »Hülstener Dorfschule«

Bis ins Jahr 1968 wurden die Hülstener Kinder verschiedenen Alters gemeinsam jahrgangsübergreifend unterrichtet. Diese für die ganze Region typische Dorfschule war zuletzt in den Räumen der heutigen Kita Rappelkiste untergebracht, gleich neben dem Vereinsheim am Sportplatz. Mit dem Antrag, im Rahmen des 50-jährigen Gemeindejubiläums im Ortsteil Hülsten eine Figurengruppe mit Bezug zu dieser alten Schule aufzustellen, hatte sich die CDU-Fraktion vor einigen Monaten an die Gemeindeverwaltung gewandt.

Der Standort in Hülsten biete sich dafür an und solle gewürdigt werden, zumal in allen übrigen Rekener Ortsteilen bereits solche Plätze entstanden seien, hieß es in der Eingabe. Obwohl eine Realisierung bis Ende Juni zum Gemeindejubiläum auf keinen Fall mehr möglich war, beauftragten die Mitglieder des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses die Verwaltung am 20. März, die Umsetzbarkeit einer solchen Skulpturengruppe mit dem Bezug zur Hülstener Dorfschule zu prüfen, Konzeptvorschläge zu machen und eine Finanzierung über Mittel des Heimatministeriums zu beantragen.

Das Ergebnis dieser Prüfung legte die Verwaltung jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss vor. Absolut nicht in den Kostenrahmen für ähnliche bestehende Kunstwerke in den anderen Ortsteilen gepasst hätte die ursprünglich angedachte Gruppe mit einem Lehrer und einer Schülerin sowie einem Schüler unterschiedlichen Alters. Vorgeschlagen wird daher, auf dem Platz in den Grünanlagen gegenüber dem Hülstener Vereinsheim eine Klassensituation darzustellen, die aus der Bronzefigur eines typischen Dorfschullehrers sowie einer historischen Schulbank und einer großen Schiefertafel besteht. Um insbesondere die Schulbank und die Tafel vor Witterungseinflüssen zu schützen, soll die Fläche mit einem Regenschutz (Dach) versehen werden.

Zu dieser Lösung präsentierte der 1. Beigeordnete Gottfried Uphoff eine Skizze des Lenzener Bildhauers Bernd Streiter, an den der Auftrag vergeben werden soll, und erläuterte: „Der überregional bekannte Künstler hat bereits mehrere Bronzen für den öffentlichen Raum geschaffen, unter anderem in Schwerin, Hagenow, Wittenburg und Pritzwalk. Auch in Lenzen steht eine Streiter-Skulptur, die wir bei einem unserer Besuche in der Partnergemeinde an der Elbe bewundern durften. Nach Vorgesprächen mit dem Künstler soll die Anlage interaktiv ausgestaltet werden. Das bedeutet, dass Besucher nicht nur das Objekt betrachten, sondern sich auch in die Schulbank setzen und mit Kreide auf der Tafel einen Gruß oder eine Anmerkung hinterlassen können, die natürlich auch überschrieben und aktualisiert werden kann.“

Für die Gesamtmaßnahme werden Finanzmittel in Höhe von geschätzt rund 50.000 Euro benötigt, und die Fertigstellung der Anlage soll im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Von den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses wurde daraufhin ohne Gegenstimme beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, den Platz vor dem Vereinsheim im Ortsteil Hülsten teilweise neu zu gestalten, insbesondere durch die geschilderte Darstellung der historischen Schulsituation (Dorfschulen) im ländlichen Bereich. (hh)