Skulpturengruppe »Hülstener Dorfschule« ist eingeweiht

Die für die ganze Region typische Hülstener Dorfschule war bis zu ihrer Schließung im Jahr 1968 in den Räumen der heutigen Kita untergebracht, gleich neben dem Vereinsheim am Sportplatz. Genau an diesem geschichtsträchtigen Standort ist von der Gemeinde Reken in zwei Etappen ein Bronze-Arrangement mit direktem Bezug zu der alten Zwergenschule platziert worden. Im Mai 2020 enthüllte man in coronabedingt kleinen Kreis den 1. Teil des Denkmals mit einem optisch an den früheren Rektor Josef Groning angelehnten Lehrer und der offensichtlich zu spät zum Unterricht erscheinenden Schülerin Lotti.

Künstler Bernd Streiter (r.) und Bürgermeister Manuel Deitert (l.) berichten über die handwerkliche wie zeitlich durch die Pandemie beeinflusste Entstehung der Skulpturengruppe „Hülstener Dorfschule“.

Wiederum vor nur wenigen Anwesenden vervollständigten Künstler und Bildhauer Bernd Streiter aus Mödlich a.d. Elbe nahe der Rekener Partnerstadt Lenzen und der Gießer Klaus Cenkier ihr Kunstwerk vor wenigen Monaten durch einen verschmitzt dreinschauenden, samt Papierflieger auf einer historischen Schulbank mit vielen lustigen Details sitzenden Schüler. Am letzten September-Samstag konnte das Kunstwerk nach zwischenzeitlich erfolgten Lockerungen der Coronaregeln nun endlich vor rund 80 geladenen Gästen offiziell und angemessen eingeweiht werden.

„Ich freue mich, Mitglieder des Gemeinderates und des Kreistages, des Schützenvereins Hülsten, des Heimatvereins, der Rekener Farbmühle und des SC Reken, Vertreter der Nachbarschaft Boom und der Sparkasse Westmünsterland, Bernd Streiter als Erschaffer der wunderbaren Skulpturengruppe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde sowie weitere Gäste aus Hülsten begrüßen zu dürfen und ich hoffe, das Ihnen allen der Hingucker ebenso gut gefällt wie den Hülstenern, den zahlreich erscheinenden Wanderern und Touristen und wie mir“, stellt Bürgermeister Manuel Deitert zur Einleitung der von den jungen Trompetern Moritz und Theo musikalisch aufgelockerten Zeremonie fest und fügt hinzu: „Ein solches Bonzekunstwerk, das jeder Großstadt gut zu Gesicht stehen würde, hat das Münsterland noch nicht gesehen, da bleib ich einfach dabei! Mein Dank gilt allen Beteiligten für ihr Engagement, darüber hinaus dem Heimatverein, der Sparkasse Westmünsterland und dem Land NRW für die finanzielle Hilfe sowie dem Rekener Gemeinderat für die stets positive Begleitung.

Bürgermeister Deitert (r.) bedankt sich bei den Fraktionen des Gemeinderates für ihre stets positive Unterstützung des Projektes im Hülstener Dorfkern.

Im weiteren Verlauf der Feierlichkeit berichtete Josef Sondermann, dessen reich bebildertes  Buch „Schulchronik Hülsten“ dem Künstler Streiter in mehrerer Hinsicht als Vorlage für sein Werk gedient hatte, über die Geschichte der verschiedenen Hülstener Zwergenschulen von 1820 bis 1968, bevor Rekens früherer Bürgermeister Heinrich Kuhrmann anschauliche Anekdoten aus seiner Schulzeit am Boombach zum Besten gab. Im Anschluss erzählten zwei Urgesteine aus ihren schulischen Erfahrungen. Der jahrzehntelang im Heimatverein aktive Bernhard Looks und Hermann Benning als ehemaliges Hülstener Gemeinderatsmitglied und Sohn des früheren Hülstener Bürgermeisters Hermann Benning sen. lieferten interessante Einblicke und trugen auf Plattdeutsch ein Gedicht über in ihren Schulalltag vor.

Bernd Streiter erläuterte in der Folge seine Gedanken bei der Konzipierung und aus der praktischen Umsetzung der Bronze. Er räumte ein, dass ihm die Arbeiten großen Spass bereitet hätten, andererseits aber auch mit über die Coronakrise geholfen hätten. Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme und der Rekener Filialdirektor Hendrik Hesterwerth  unterstrichen abschließend, dass die Sparkasse Westmünsterland die Schaffung des kulturellen Hülstener Projektes aus dem Blickwinkel der Brauchtums- und Heimatpflege gerne finanziell unterstützt hätte. Wie alle anderen Vortragenden und wie Bürgermeister Manuel Deitert betonten sie die herausragende künstlerische Klasse der Skulpturengruppe und die damit verbundene Aufwertung des Hülstener Dorfkerns. (hh)