Fünfter Tunnelspaziergang des Kulturvereins

Der in den Hügelgruppen der Hohen Mark, der Baumberge, der Borkenberge, der Haard und der Beckumer Berge zu findende Sandstein gehört zum alltäglichen Erscheinungsbild aller Ortsteile der Gemeinde Reken. Die Alte Wehrkirche St. Simon und Judas aus dem 12. Jahrhundert zum Beispiel ist aus solch alten Kolossen gebaut, aber auch viele weitere Wohnhäuser, Gebäude, Bauwerke und Gehöfte leuchten in den hellen Farben des 80 Millionen Jahre alten Sedimentgesteins. Außerdem stehen in Reken entlang der Bahnlinie RB 45 bereits seit längerem fünf je zwei Meter hohe Sandsteine am Posten 20, am Posten 21, in Maria Veen, am Bahnhof in Reken Bahnhof sowie am Klein Rekener Südtunnel, erinnern also anschaulich an die Geschichte der Heimat.


Der Tunnelspaziergang des Kulturvereins Reken führt durch mehrere, 1879 entlang der Bahnlinie RB 45 aus 80 Millionen Jahre altem Hohe Mark-Sandstein erbaute Unterführungen.


Ebenfalls aus dem Sandstein der Hohen Mark entstanden sind die Klein Rekener Tunnel an der Bahnstrecke Oberhausen-Quakenbrück, die seit 1879 die Schienen aus der Mühlengemeinde in die weite Welt tragen. In deren steinernen Gewölben findet man die Spuren der Zeit, in der das Münsterland vom Meer überspült war: Muschelabdrücke, Ammoniten und Donnerkeile. Mit ehrenamtlichem Engagement und vielen Veranstaltungen unterstützt der Kulturverein Reken den Erhalt des kulturellen Erbes der Gemeinde, seit 2017 unter anderem auch durch einen informativen und musikalisch untermalten Spaziergang durch diverse Tunnel im Dunstkreis des Vereinsheims „Posten 20“.


Verinsvorsitzender Ralf-Dieter Grün (vorne) kann auch in anhaltendem Regen zahlreiche Spaziergänger willkommen heißen.


Trotz wenig freundlichem Regenwetter und unangenehmer Windböen fanden sich am letzten August-Samstag die meisten der 22 angemeldeten Interessierten an der Gaststätte LANDgericht ein, wurden im ersten Tunnel an der Kreuzung der Wirtschaftswege „Im Feld“ und „Heesternweg“ durch Sonnenlieder des bekannten Gitarristen und Singer-Songwriters Rainer Migenda aus Dorsten sowie durch kurze Ansprachen des Kulturvereins-Vorsitzenden Ralf-Dieter Grün und dessen Stellvertreterin Erika Reichert begrüßt. Über die Unterführung am südlichen Dorfausgang von Klein Reken ging es weiter zum Wortmann-Tunnel, bevor die historische Tour mit einem geselligen Beisammensein nicht am Posten 20, sondern wegen der anhaltenden heftigen Regenschauer im Haus von Erika Reichert ausklang. (hh)

Handgemachte Musik mit Gitarre, Herz und Hut - der Singer-Songwriter Rainer Migenda bringt die Sandstein-Unterführungen beim Tunnelspaziergang zum Klingen. Natürlich darf auch das Hohe Mark-Lied nicht fehlen, von Migenda zu den Zeilen eines Erika Reichert-Gedichtes komponiert.