Bürgerbusse bald auch in Reken? - Onlineumfrage gestartet

Ein eminent wichtiger Baustein im gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen ist die Mobilität. Viele, insbesondere ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, sind dabei auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, weil sie nicht mehr auf ein Fahrrad oder ein Auto zurückgreifen können. Um nach wie vor bestehende Lücken in den ÖPNV-Netzen - und das sowohl in zeitlicher als auch in räumlicher Hinsicht - auszugleichen, sind vor 25 Jahren die ersten Bürgerbus-Projekte in Nordrhein-Westfalen an den Start gegangen. Bis heute haben sich auf Grundlage dieser Idee über 90 Bürgerbusvereine in NRW gegründet, um die die Beweglichkeit der Menschen zu verbessern. Auch in Reken ist geplant, ab 2019/2020 am Bedarf der Einwohner ausgerichtete Bürgerbusstrecken mit festen Haltestellen und Fahrzeiten einzurichten.

„Reken fährt!“ - ein Bürgerbus wie hier in Gronau-Epe könnte ab 2019 auch in Reken unterwegs sein und Lücken des öffentlichen Personennahverkehrs schließen.

Die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) und die Gemeindeverwaltung haben sich in den letzten Wochen und Monaten Gedanken über ein solches Projekt gemacht und ein erstes Konzept erarbeitet. Voraussetzung für die Genehmigung von Bürgerbuslinien ist, dass diese keine Konkurrenz zum bestehenden Busverkehr darstellen. Der Bürgerbus darf nicht auf den gleichen Strecken und zu gleichen Zeiten wie bestehende Linien fahren. Unter Berücksichtigung dieser Vorgabe wurden zunächst 3 mögliche Strecken in Aussicht gestellt:

  1. Der Bürgerbus bringt Fahrgäste aus Groß Reken und aus dem Bahnhof Rekener Gewerbegebiet zum Bahnhof nach Bahnhof Reken, abgestimmt auf den Fahrplan der Nordwestbahn - natürlich auch in umgekehrter Richtung.
  2. Der Bürgerbus fährt von Groß Reken über den Weskerhok nach Hülsten, dann über Surendorf und den Gevelsberg weiter zum Bahn-Haltepunkt Klein Reken und wieder zurück nach Groß Reken.
  3. Der Bürgerbus fährt von Groß Reken aus die Angebote im Sport- & Freizeitpark (z.B. Frei- und Hallenbad, Reithalle) an und schafft über die Strote eine direkte Verbindung zum Benediktushof und zum Haltepunkt Maria Veen.

Ein auf Dauer angelegter, regelmäßig und zuverlässig verkehrender Bürgerbus setzt allerdings das ehrenamtliche Engagement von mindestens 30 Personen voraus. Damit aus dem Ehrenamt kein Freizeitstress wird, soll der Arbeitsaufwand für die FahrerInnen zwei Dienstschichten im Monat zu maximal je zwei bis drei Stunden nicht überschreiten. Die Linien sollen so getaktet sein, dass dem/den Fahrer/innen in jeder Stunde eine ausreichende Pause zur Verfügung steht. Einen Bürgerbus (8-Sitzer Kleinbus) kann jeder fahren, der mindestens 21 Jahre alt ist, einen Führerschein der Klasse 3 (EU-Führerschein Klasse B) besitzt, über mindestens 2 Jahre Fahrpraxis verfügt und sich einem Gesundheitscheck unterzogen hat. Selbstverständlich wird der Versicherungsschutz für Fahrer und Insassen gewährleistet sein.

Grundlage für den Start eines Bürgerbusses in Reken ist die Gründung eines Vereins „Bürgerbus Reken e.V.“, der den ehrenamtlichen Fahrdienst in enger Kooperation mit der auch finanziell unterstützenden Gemeinde und dem intensiv begleitenden und konzessionsgebenden Regionalverkehr Münsterland organisiert. Auch abseits der Fahrdienstaufgaben soll es ein reges Vereinsleben geben. Das Fahrzeug wird übrigens angeschafft und gestellt von der RVM, finanziert vom Land NRW mit Beteiligung der Gemeinde Reken. Die Reken Stiftung hat bereits signalisiert, dass sie das Bürgerbusprojekt unterstützen wird.

Wer Interesse hat, beim Projekt „Bürgerbus in Reken“ aktiv mitzumachen und sich als Fahrerin, als Fahrer oder auch anderweitig zu engagieren, der sollte diesen Onlinefragebogen ausfüllen und absenden.
Alle anderen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die an der Nutzung eines Bürgerbusangebotes interessiert sind, sollten sich ebenfalls an der Umfrage beteiligen. Die Ergebnisse der Befragung in puncto Strecken und Zeiten werden nämlich maßgeblich in die Gestaltung der zu erstellenden Linien und Fahrpläne einfließen.(hh)