05.11.2018

Waldkapelle im Schaukasten

Der historische Schaukasten des Rekener Heimatvereins an der Ecke Hauptstraße/Schmiedegasse im Groß Rekener Oberdorf ist in diesen Tagen wiederum neu bestückt worden. Thema des Rückblicks in die bewegte Vergangenheit Rekens ist dieses Mal die altehrwürdige Waldkapelle. Mitarbeiter des Heimatarchivs, insbesondere Hermann Josef Holthausen, Josef Sondermann und Karl-Otto Biedermann, haben hierzu aus dem vorhandenen Fundus bekannte und unbekannte Fotos über die einstige Eremitage herausgeholt, die nunmehr der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Karl-Otto Biedermann, Josef Sondermann  und Hermann Josef Holthausen (v.l.n.r.) vom Rekener Heimatarchiv präsentieren die neue Foto-Ausstellung über die Waldkapelle im „Historischen Schaukasten“ in der Schmiedegasse Groß Rekens.

Zum Ursprung der Andachtsstätte ist zu sagen, dass sich um 1600 in der Nähe des jetzigen Standortes in einer Waldfläche zwischen Groß Reken und Maria Veen eine später versiegte Heilquelle befand und dass hier aus diesem Grunde zunächst ein kleines Kapellchen errichtet wurde. 1740 lässt sich nachweislich der Franziskanerbruder Andreas Deneken als Eremit an der Heilquelle nieder und baut die zweite Kapelle und etwas später eine Eremitage. Aktuell sind im Schaukasten Außenansichten vom Gebäude aus verschiedenen Jahrzehnten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten sowie Fotos vom Umraum der legendären Gebetsstätte zu sehen, unter anderem auch von dem in der Nähe liegenden „Kalvarienberg“. Eine Zeittafel mit den wichtigsten Daten zur Geschichte der Waldkapelle und der Eremitage fehlt ebenfalls nicht.

Die Waldkapelle im Jahre1935. Links zu sehen die alte und heute nicht mehr vorhandene Predigtkanzel aus Naturhölzern.

Der verstorbene Pfarrer Michael Schönherr hatte 1998 angeregt, einen Verein zur Förderung der Waldkapelle zu gründen. Der sodann aus der Taufe gehobene Förderverein gestaltete daraufhin unter Führung des damaligen Pfarrers den Kapellenvorplatz neu, so dass – wie in früheren Zeiten – Messfeiern unter freiem Himmel in würdiger Form möglich werden konnten. In den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die alte, aus Holzstämmen hergestellte Predigtkanzel seitlich des Kapelleneinganges noch vorhanden. Ein kleiner durch die angrenzende Waldfläche führender Prozessionsweg ergänzt heute diesen religiösen Wallfahrtsort Rekens. Die hier angesprochene Neukonzeption des Außenbereiches der Waldkapelle ist in der jetzigen Fotoausstellung im historischen Schaukasten des Heimatvereins Reken ebenfalls zu sehen. (pi/hh)