11.05.2018

Singen unter'm Maibaum an der Windmühle

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.“ Mit diesem bekannten Eingangstext eines Volksliedes begann in der Vergangenheit fast immer das traditionelle Maisingen des Rekener Heimatvereins im Innenraum der Windmühle. In diesem Jahr war das anders, und das hatte auch einen Grund: Erstmals stellten die Verantwortlichen des Heimatvereins auf dem Mühlengelände einen Maibaum auf, der in einem festlichen Akt mit Wappen geschmückt wurde. Initiator dieser Aktion war der Mühlenbeauftragte Georg Holthausen, der seit gut einem Jahr die „Schlüsselgewalt“ über das Wahrzeichen Rekens innehat.

Die heimatliche Sangesschar beim Singen der Volkslieder, Melodien und Texte passend zum Wonnemonat Mai.

Die Wappenschilder waren im Vorfeld vom Heimatverein mit historischen Fotomotiven für jeden Ortsteil angefertigt worden. Nach und nach Gäste stiegen Gäste in die Kanzel des Hubsteigers der Feuerwehr, um die Wappen in luftiger Höhe an die Maibaum-Spitze anzubringen. Zuvor hatte Georg Holthausen den vielschichtigen historischen Hintergrund des Maibaumaufstellens erläutert. Zunächst brachte der ehemalige Maikönig Karl Terlau das Wappen für Groß Reken unter dem Kranz des Maibaumes an. Elisabeth Merhofe und Elisabeth Dülmer folgten mit dem Vereinsemblem des Heimatvereins (die Windmühle). Sodann erfolgte das Anbringen der übrigen Ortsteil-Wappen. Für Klein Reken: Christa und Mechtild Holthausen. Für Bahnhof Reken: Heinrich und Lucia Winkelmann. Für Maria Veen: Lene Bolle und Gerharde Korte. Für Hülsten: Hermann Benning und Angelika Blömen.

Die Ortsteilwappen werden an zur Krone des Maibaums befördert. Hier in der Kanzel: Angelika Blömen und Hermann Benning bei der Fahrt in luftige Höhen zur Anbringung des Wappens für den Ortsteil Hülsten.

Ein Bilderbuchwetter begleitete das Maibaumaufstellen. „So ein tolles Wetter hatten wir bei unserem Maisingen noch nie“, schwärmte Bernd Hensel, Vorsitzender des Heimatvereins Reken. Die schon sommerlichen Temperaturen in der ersten Mai-Woche wurden genutzt, um nun auch das Maisingen als Freiluftveranstaltung durchzuführen. Bierzeltgarnituren waren zuvor auf dem Gelände der Windmühle aufgestellt worden. Rund 70 Besucher bildeten den Rahmen eines Maisingen, das erstmals „in der freien Natur“ stattfinden konnte. Jahr für Jahr steht das Maisingen der Heimatfreunde Reken ganz im Zeichen der Volksmusik. Dazu gehört es auch, dass eine auf dieses Liedgut von einer in die Zeit passenden Musik begleitet wird. Dafür sorgte wieder einmal in bewährter  Angelika Blömen mit ihrem Akkordeon. Wie schon in den Jahren zuvor hatten Gerharde Korte und Lene Bolle vom Vorstand des Rekener Heimatvereins ein buntes Programm ausgearbeitet.

Der „Mühlenchef“ Georg Holthausen erklärt aus der Kanzel des Hubsteigers heraus die Bedeutung des Maibaumaufstellens.

Die musikalische Reise ging selbstverständlich hinaus in die Natur. Das Ergrünen der Bäume, der Duft der frischen Knospen, die Blütenpracht in Wald und Flur und nicht zuletzt der Drang, sich auf Wanderschaft begeben zu müssen, klangen in der Vielzahl der ausgewählten Liedtexte immer wieder an. Gerharde Korte und Lene Bolle brachten in ihren Kurzvorträgen und Gedichten die Aufbruchsstimmung des Frühlings in besonderer Weise zum Ausdruck.

In den Pausen wurde dann der heimatliche Laienchor mit Schmalzbroten und anregenden Getränken gestärkt. Nachdem die trockenen Kehlen wieder „geölt“ waren, setzte die heimatbewusste Sangesschar im Stile der „Rekener Fischerchöre“  jeweils die musikalische Reise durch die vielschichtige Landschaft der überlieferten Volksweisen fort. Vorher ausgegebene Liederhefte des Heimatvereins sorgten dafür, dass bei den anwesenden Heimatfreunden eine Textfestigkeit für das Mitsingen nicht Voraussetzung war.

Am Ende eines ausgewogenen und von allen anwesenden Rekenern begeistert aufgenommenen Liedrepertoires war schließlich noch Zeit für ein „Wunschkonzert“, in dem jeder Anwesende sein persönliches Volkslied zum gemeinsamen Mitsingen bei Angelika Blömen anmelden konnte. Mit dem Lied „Ade zur guten Nacht“ wurde sodann das diesjährige Maisingen auf dem Windmühlengelände abgeschlossen. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein tauschte man noch geraume Zeit Erinnerungen an die „gute alte Zeit“ aus, Erinnerungen, die nicht zuletzt auch durch die gemeinsam gesungenen Volkslieder in einer lauen Maiennacht  ausgelöst worden waren. (pi/hh)