11.06.2018

Salat säen, Efeu eintopfen

15 Arbeitsvermittler der Agentur für Arbeit Coesfeld haben sich im Berufsbildungswerk (BBW) des Benediktushofes über Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen informiert. Wie die jungen Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen im BBW absolvierten sie zunächst psychologische Testverfahren. Damit wird ermittelt, welche Tätigkeiten für Menschen mit Handicap in Frage kommen. Danach lernten die Agentur-Mitarbeiter einige praktische Arbeiten in den Ausbildungs-Bereichen des BBW Maria Veen kennen. Diese fanden in der Hauswirtschaft, in der Elektro-Abteilung, im Holz-Bereich, im Bürobereich, bei den Technischen Zeichnern sowie im Gartenbau statt.

An der Topfmaschine sind Mechtild Thesing, Gärtner-Azubi Johannes Harms und Theresa Borgert (v.l.n.r.) im Einsatz.

Im Gartenbau wurden die Besucher bereits von ihren für diesen Tag zuständigen „Paten“ erwartet. Das waren Johannes Harms (23) und Jessica Leininger (21). Beide machen im BBW Maria Veen eine Ausbildung zum Gärtner/in der Fachrichtung Zierpflanzenbau. „Wir zeigen Ihnen heute, wie Salat produziert wird“, begrüßte Jessica Leininger die Agentur-Mitarbeiter und erzählte, dass sie kurz vor der praktischen Abschlussprüfung stehe und 150 Pflanzennamen in Deutsch und Latein „rauf und runter“ beherrsche.

Wie man Salat sät, zeigen die Azubis Jessica Leininger und Johannes Harms (Mitte) den Arbeitsvermittlern aus der Arbeitsagentur Coesfeld, Theresa Borgert (l.) und Mechtild Thesing (r.).

Gemeinsam brachten die Auszubildenden und die Arbeitsvermittler Saatgut in eine Aussaatkiste ein. In einem zweiten Schritt durften die Besucher kleine Salatpflänzchen pikieren: Diese wurden mit Hilfe eines Holzstabes und Fingerspitzengefühl so umgepflanzt, dass jede Pflanze genügend Platz bekam, um ausreichend Nährstoffe aus Erde, Luft und Wasser aufzunehmen und sich zu entfalten. An der Topfmaschine demonstrierten die Gärtner-Azubis schließlich, wie verkaufsfertige Efeu-Pflanzen „am laufenden Band“ eingetopft werden. „Hier sind Teamarbeit und Ausdauer wichtig“, erklärte Floristin und Berufspädagogin Christiane Winkelmann. Sie ist für die berufsvorbereitenden Maßnahmen der jungen Menschen im Bereich Gartenbau des Berufsbildungswerkes zuständig.

Gerne fassten Theresa Borgert und Mechtild Thesing mit an. Zusammen mit ihren Paten topften die beiden Mitarbeiterinnen des Berufsinformationszentrums Coesfeld einen Efeu nach dem anderen ruck-zuck ein und mussten sich beeilen, um mit der Maschine Schritt zu halten. Am Ende bedankten sie sich bei den Azubis für die vielen Informationen und die Einblicke in den Ausbildungsalltag: „Es war total interessant, und Sie haben uns alles sehr gut erklärt!“ Hubert Borgmann, der in der Arbeitsagentur Coesfeld für die Förderung von Menschen mit Behinderungen zuständig ist, fasste zusammen: „Die Erfahrungen und Gespräche des heutigen Tages zeigen den Agentur-Mitarbeitern einmal mehr, dass das Berufsbildungswerk für die Ausbildung und Integration junger Menschen mit hohem Förderbedarf unverzichtbar ist.“ Norbert Rohlf, Ausbildungsleiter im BBW Maria Veen, ergänzte: „Der Erfolg der Integrationsarbeit, die das BBW leiste, sei auf den engen Schulterschluss zwischen Arbeitsagentur und Berufsbildungswerk zurück zu führen.“ (pi/hh)