12.09.2017

Reken ist Teil des Projekts DESIGNNETZ

Immer mehr Strom wird in Zukunft aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bereits heute gibt es in Deutschland mehr als 1,6 Millionen dezentrale Erzeugungsanlagen, die grünen Strom aus Windkraft, Sonnenenergie oder Biogas ins Netz einspeisen. Davon sind 95 % der Anlagen an das Verteilnetz angeschlossen. Zu manchen Tageszeiten erzeugen diese Anlagen schon heute mehr Strom als benötigt wird. Wenn aber der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, decken sie nur wenige Prozent des Bedarfs ab. Außerdem floss der Strom früher quasi wie auf einer Einbahnstraße „von oben nach unten“.

Als einer von insgesamt 30 Standorten in Deutschland leistet die Gemeinde Reken einen wichtigen Baustein zum Gesamterfolg des innogy-Projektes DESIGNETZ.

Er wurde in wenigen Großkraftwerken erzeugt, über das Übertragungsnetz transportiert und mit Hilfe des Verteilnetzes zu den einzelnen Verbrauchern weitergeleitet. Mit der Energiewende wird dieses System nun auf den Kopf gestellt. Der Strom fließt immer häufiger auch „von unten nach oben“. Auf der Einbahnstraße kommt es zum Gegenverkehr. Für diese Herausforderungen werden neue intelligente Energiesysteme benötigt. Aus diesem Grund wurde im Januar 2017 das Projekt DESIGNETZ gestartet. DESIGNNETZ ist eines von fünf Schaufenstern des BMWi-Förderprogramms SINTEG (Schaufenster intelligente Energie-Digitale Agenda für die Energiewirtschaft). Mit DESIGNETZ entwickelt der Energieversorger innogy gemeinsam mit 45 Partnern die Bauanleitung für eine erfolgreiche Energiewende.

Kerngedanke ist der Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch von Energie bereits auf lokaler Ebene. Aus 30 einzelnen Bausteinen wie smarten Verteilnetzen, Energiespeichern oder digitalen Steuerungen wird ein innovatives Gesamtkonzept gebildet. Eva Wagner, Projektleiterin von DESIGNETZ bei innogy, erklärt: „Die Bundesregierung hat ehrgeizige Klimaziele festgelegt: Bis zum Jahr 2035 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung 55 bis 60 Prozent betragen. Ziel von DESIGNETZ ist es, den dafür notwendigen Rahmen zu entwickeln. So wollen wir die Energiewende zum Erfolg führen. Mit DESIGNETZ schaffen wir die Voraussetzungen für die klimafreundliche und kosteneffiziente Energieversorgung von morgen.“ Einen wichtigen Baustein zum Gesamterfolg von DESIGNETZ leistet auch die Gemeinde Reken als einer von insgesamt 30 Standorten. Hier ist das Projekt Grid4EU angesiedelt.

Ziel dieser Maßnahme ist zu analysieren, wie existierende Stromnetze technisch so optimiert werden können, dass sie dynamischer und flexibler auf die schwankende Einspeisung von Strom aus regenerativen Energien reagieren. Im Ortsnetz von Reken hat innogy an mehreren relevanten Stellen intelligente Schalt- und Messtechnik eingesetzt. In einem Teilbereich mit etwa 100 Ortsnetzstationen wurden 18 intelligente Stationen eingebaut. Zusätzlich wurde eine Kontrolleinheit in der zugehörigen Umspannanlage errichtet. Diese kann den Netzbereich selbstständig überwachen, schalten und steuern. Im ersten Schritt erkennt die Messtechnik die Zustände im Netz. Dazu reichen wenige Einheiten an besonders relevanten Netzpunkten. Wenn es notwendig ist, kann die automatisierte Schalttechnik die Stromflüsse dann automatisch in möglichst optimale Bahnen lenken. Das heißt: Wird in Reken bei strahlendem Sonnenschein und starkem Wind besonders viel Strom erzeugt, wird der Stromfluss auf die Netzstränge verlagert, die noch nicht an ihrer Belastungsgrenze sind.

Der Strom wird beispielsweise in diejenige benachbarte Ortschaft geleitet, wo gerade ein etwas höherer Bedarf vorhanden ist. So werden Angebot und Nachfrage ausgeglichen, kritische Netzsituationen vermieden und Netzverluste reduziert. Gleichzeit wird die Notwendigkeit für einen klassischen Netzausbau reduziert. Dieses Projekt, das bereits seit 2014 im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts erfolgreich läuft, geht nun mit der Einbindung in DESIGNETZ in die zweite Projektphase. Dazu Manuel Deitert, Bürgermeister von Reken: „Wir sind stolz, Teil dieses wichtigen Projekts zu sein. Wir machen Energiewende aus der Region für die Region. So leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Klimaziele erreichen zu können. Gleichzeitig schaffen wir wichtiges Zukunfts-Knowhow für unsere Region.“ (pi/hh)