11.01.2020

Meisen mögen Spinnerraupen

Die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners stehen weit oben auf dem Speiseplan der Meisen. Was liegt also näher, als die kleinen einheimischen Singvögel möglichst genau dort anzusiedeln, wo die unliebsamen, heftigen Juckreiz auslösenden und für viele Menschen gesundheitsschädlichen Quälgeister in größeren Mengen auftreten? Genau aus diesem Grund setzt die Gemeinde Reken im Rahmen ihrer noch einmal deutlich verstärkten „Eichen-Prozessionsspinner-Abwehr“ unter anderem auch auf die Fressgewohnheiten der Meisen.

Der ehemalige Gemeinde-Azubi und jetzige Garten-Landschaftsbauer Max Kreulich vom Bauhof bei der Montage eines Meisen-Nistkastens im Park des Bahnhof Rekener „Gemeindedreiecks“.

150 neue Nistkästen wurden in diesen Tagen durch die Mitarbeiter des Bauhofs in ganz Reken an ungespritzten Bäumen aufgehängt, insbesondere an öffentlichen Plätzen, in Parks sowie im Umkreis von Schulen und Kitas. Sie sollen unter anderem dazu beitragen, die Meisen-Population in der Nähe von Eichenbäumen dauerhaft zu vergrößern und die Anzahl der unsäglichen Raupen auf diese Weise einzuschränken. Einen Versuch wert ist die naturnahe Strategie abseits der Chemie-Keule allemal!

„An hochsensiblen Standorten wie zum Beispiel auf Schulhöfen, an Kita-Außenbereichen und Spielplätzen sowie im Freibad müssen die Bäume mit dem Steiger weiterhin punktuell abgesaugt, zum Teil sicherlich auch gespritzt werden. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es verständlicherweise nicht. Wir werden aber alles tun, um die Plage so gut wie möglich einzuschränken“, beschreibt der Bauhof-Leiter Jörg Mecking.

Unterhalb des Nistkastens sieht man eine Eichen-Prozessionsspinner-Falle, die ganz ohne Chemie funktioniert.

Geordert wurden 200 so genannte „EPS-Fallen“. Die Konstruktion kommt ohne giftige Zusätze aus und soll die Raupen unumkehrbar in die Falle locken. Angebracht werden sie an solchen Bäumen, in denen die Spinner während der Befallszeit beim routinemäßigen Monitoring zu entdecken sind. In Kooperation mit den Nachbarorten sowie den Kommunen Raesfeld, Dorsten, Dülmen, Haltern am See und Olfen aus der VITAL.NRW-Region Hohe Mark beschäftigt sich die Gemeinde Reken schon seit längerem mit Planungen im Hinblick auf effektive Gegenmaßnahmen, deren Umsetzungen jetzt begonnen haben. (hh)