07.12.2017

Mehr als 1 Million für die Schulausstattungen

Wie von der Verwaltung bereits in der Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses vom 16. Mai mitgeteilt, stellt das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Programm „Gute Schule 2020“ in Zusammenarbeit mit der NRW.Bank den kommunalen Schulträgern 2 Milliarden Euro für die Modernisierung und Sanierung der Schulinfrastruktur im Zeitraum 2017 bis 2020 zur Verfügung. Reken erhält über den Zeitraum von vier Jahren jährlich einen Betrag in Höhe von 152.338 Euro als Darlehen, wodurch in der Mühlengemeinde de facto eine rote Linie überschritten und die seit 2004 anhaltende Schuldenfreiheit zumindest auf dem Papier für viele Jahre ad acta gelegt ist. Dennoch sind sich Politik und Verwaltung darin einig, dass man das Geld nicht ausschlagen dürfe.

Lernlandschaft

Das Land NRW zahlt die Zins- und Tilgungslasten für die gewährten Darlehen bis 2041 unmittelbar an die NRW Bank, so dass der Haushalt der Gemeinde Reken nicht belastet wird. Voraussetzung für die Gewährung der Kredite ist ein vom Rat der Gemeinde zu beschließendes Konzept aus dem hervorgeht, wie beziehungsweise wofür die Mittel in Anspruch genommen werden sollen. Folgende Maßnahmen sind förderfähig: Die Sanierung und Modernisierung von Schulen, der Ausbau (Neu- und Umbau) der baulichen Schulinfrastruktur (z.B. Breitbandanschlüsse, gebäudeinterne Netzinfrastruktur) und Investitionen in die digitale Schulinfrastruktur und Ausstattung von Schulen (einschließlich der Anschaffung von Einrichtungsgegenständen).

Aufgrund der erforderlich werdenden Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen hat die Verwaltung gemeinsam mit den Schulleitungen der drei Grundschulen und der Sekundarschule  ein Konzept über die Verwendung der Kreditmittel aus „Gute Schule 2020“ erarbeitet und die Vorhaben getrennt für die Jahre 2018 bis 2020 dargestellt. In diesem Maßnahmenkatalog, vorgestellt in der Sitzung des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses vom 5. Dezember, findet man elektrische Schließanlagen ebenso wie diverse Sanierungen, Sprechanlagen, die Anschaffung von Bühnentechnik, Fahrradüberdachungen und die Verdunklung einzelner Klassenräume.

Das meiste Geld - 275.000 von insgesamt 610.000 Euro - fließt jedoch in die Einrichtung von Lernlandschaften an der Antonius- und der Michaelschule sowie an der Ellering-Schule. Die Umgestaltung der bisherigen Klassenräume mit starrem Frontalunterricht und fixiertem Mobiliar in Lernlandschaften, in denen alle Bereiche für freies Lernen verwendet werden können, geschieht durch bewegliches Mobiliar und die Einbeziehung digitaler Techniken und mobiler Tafeltechniken per WLAN. So wird den Kindern das komfortable Arbeiten in flexiblen Kleingruppen ermöglicht, frei von jeglicher Ausrichtung auf ein Lehrerpult oder eine zentrale Tafel.

Zusammen mit dem gemeindeeigenen Investitionsprogramm „Sehr Gute Schule 2017“ in Höhe von 160.500 Euro und den beabsichtigten Digitalisierungsmaßnahmen (WLAN-Ausstattung, Neugestaltung der Computerräume, Anschaffung mobiler Endgeräte usw.), die im Zuge der Digitalisierungsoffensive des Bundes „DigitalPakt#D“ umgesetzt werden sollen und woraus Mittel in Höhe von mehr als 300.000 Euro zu erwarten wären, investiert die Gemeinde Reken in den kommenden Jahren mehr als 1.000.000 Euro in die Ausstattung der Schulen. (bv/hh)


Einstimmig fassten die Mitglieder des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses folgenden Beschlussvorschlag an den Gemeinderat für dessen Sitzung am 20. Dezember:

1. Die Verwaltung wird im Rahmen des Förderprogramms „NRW.BANK.Gute Schule 2020“ ermächtigt, einen Kredit bei der NRW.BANK in Höhe des in der Anlage zum Schuldendiensthilfegesetz NRW ausgewiesenen Gesamtkreditkontingents in Anspruch zu nehmen. Das Gesamtkreditkontingent beträgt 609.352 Euro in den Jahren von 2017 bis 2020. Das Kreditkontingent für das Jahr 2017 wird einmalig in das Jahr 2018 übertragen. Den Schuldendienst übernimmt vollständig das Land NRW über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren. Das Land NRW leistet die Schuldendiensthilfe unmittelbar an die NRW.BANK.

2. Dem Konzept über die Verwendung der Kreditmittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ wird zugestimmt.

3. Der Rat nimmt das Konzept über die für die Anforderungen der Digitalisierung technisch notwendige Ausstattung in den Schulen zur Kenntnis.


Konzept über die technisch notwendige Ausstattung in den Schulen

Antoniusschule:

Die Schule ist seit 2015 über Glasfaserkabel mit einem Breitbandanschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s (Up- und Download) versorgt. Zudem verfügt das Gebäude seit 2013 über eine Netzwerkverkabelung.

Ellering-Schule:

Die Schule wird im Frühjahr 2018 über Glasfaserkabel ans Breitbandnetz mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s (Up- und Download) angeschlossen. Zudem verfügt das Gebäude seit 2012 über eine Netzwerkverkabelung.

Michaelschule:

Die Schule wird bis zum Jahresende 2017 über Glasfaserkabel ans Breitbandnetz mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s (Up- und Download) angeschlossen. Zudem verfügt das Gebäude seit 2011 über eine Netzwerkverkabelung.

Sekundarschule:

Die Schule ist seit 2015 über Glasfaserkabel mit einem Breitbandanschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s (Up- und Download) versorgt. Zudem verfügt das Gebäude seit 2014 über eine Netzwerkverkabelung.