06.10.2019

Mehr Schutz vor dem Eichen-Prozessionsspinner

Wenn der bevorstehende Winter ebenso mild verlaufen sollte wie die Winter der vergangenen Jahre, dann dürfte die Anzahl an Eichen-Prozessionsspinnern nach Meinung von Experten im kommenden Frühjahr weiter spürbar zunehmen. Um ihre Bürgerinnen und Bürger noch besser als bisher vor den kleinen, für den Menschen gesundheitsschädlichen Raupen schützen zu können, ist die Verwaltung der Gemeinde Reken in Zusammenarbeit mit dem Bauhof schon jetzt mit den Vorplanungen im Hinblick auf eine effektive „Eichen-Prozessionsspinner-Abwehr“ beschäftigt. „Einen 100-prozentigen Schutz gibt es verständlicherweise nicht. Wir werden aber alles tun, um die Plage so gut wie möglich einzuschränken“, stellt Jörg Mecking vom Bauhof fest.

Unweit seines Büros an der Wehrstraße zeigt er auf einen Eichenbaum, an dem ein Ring mit einem sackähnlichen Behältnis angebracht und ein Meisen-Nistkasten befestigt ist. Bei dem Ring mit Behälter handelt es sich um eine in circa 20 Minuten anzubringende Entwicklung eines deutschen Herstellers, die ohne chemische Zusätze auskommt und die gefräßigen Raupen zuverlässig und unumkehrbar in die Falle locken soll. Über die Raiffeisen Bahnhof Reken, wo der Artikel demnächst in den allgemeinen Verkauf geht, hat die Gemeinde bereits 200 dieser so genannten „EPS-Fallen“ geordert. Angebracht werden sie im nächsten Jahr an solchen Bäumen, an denen die Spinner während der Befallszeit beim routinemäßigen Monitoring entdeckt werden.

An einem Eichenbaum neben dem Bauhof werden die Anbringung der bereits georderten Eichenprozessionsspinner-Fallen (unten) und der Meisen-Nistkästen (oben) getestet.

Natürlich wendet man beim Kampf gegen die gefährlichen Raupen, deren Härchen bei vielen Menschen heftigen Juckreiz und weitere Beschwerden auslösen, verschiedene Verfahren an. So bringt man an ungespritzten Bäumen über die Wintermonate 130 Nistkästen für Meisen an, bei denen die Raupen der Eichen-Prozessionsspinner bekanntlich ganz oben auf dem Speiseplan stehen. An hochsensiblen Standorten wie zum Beispiel auf Schulhöfen, an Kitas und im Freibad müssen die Bäume mit dem Steiger punktuell auch wieder gespritzt werden. Außerdem sind schon jetzt Verträge mit Spezialfirmen zum Absaugen von Nestern abgeschlossen worden, da eine kurzfristige Beauftragung aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nicht möglich sein dürfte. Bleibt zuguterletzt noch zu hoffen, dass ein kalter Winter beim Kampf gegen die Tierchen mithilft. Aber wer glaubt in Zeiten des Klimawandels schon daran? (hh)