12.09.2017

Jubiläumspreis für die Familie Rademacher

Der Verein „Sportschützen Reken e.V.“ wurde im November 1967 gegründet. Im Saal der Gaststätte Wüller „Up’n halven Weg“ in Bahnhof Reken schoss man damals mit dem Luftgewehr, bevor der Verein im Jahr 1975 in neue, von der Gemeinde errichtete und zur Verfügung gestellte Räume mit fünf Schießbahnen unterhalb der Umkleiden des heutigen SC Reken in den Spadaka-Sportpark umzog. Mittlerweile befinden sich zwei hochmoderne Schießstände und ein Vereinsheim in dem Komplex, genutzt von aktuell insgesamt 76 erwachsenen und 15 jugendlichen Sportschützen. Zu seinem 50. Geburtstag richtete der Club ein Preisschießen aus, zu dem alle Rekener Bürger und Vereine herzlich eingeladen waren.

„Genau zielen und ab in die 10“ lautet die Devise beim Jubiläums-Preisschießen aus Anlass des 50. Geburtstages der Sportschützen Reken.

Von diesem Angebot machten zahlreiche Interessenten am 8. und 9. September Gebrauch, deren Leistungen sich nach Einschätzung des Vereinsvorsitzenden Leif Strasas sowie des langjährigen Jugendwartes Helmut Winzen durchaus sehen lassen konnten. Beim offiziellen Jubiläumsempfang am Samstagabend kam es dann zum großen Finale mit dem Lichtgewehr, an dem die drei treffsichersten Familien der Vorkämpfe teilnahmen. Zuguterletzt sicherte sich die Familie Rademacher mit 140 Ringen den Jubiläumspreis, gefolgt von den Familien Püth (133 Ringe) und Schulze-Holthausen (92 Ringe).

Die Vertreter der Familien Rademacher (1. Platz), Püth (2. Platz) und Schulze-Holthausen (3. Platz) – v.l.n.r. – freuen sich über die mit dem Lichtgewehr erkämpften Preise.

Eröffnet wurden die Feierlichkeiten im RekenForum durch eine Begrüßung von Leif Strasas, der die zurückliegenden 50 Jahre noch einmal ganz anschaulich Revue passieren ließ. Grußworte der stellvertretenden Rekener Bürgermeisterin Brita Weishaupt, von Heiner Mast für den GemeindeSportVerband, vom Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschuss-Vorsitzenden Winfried Gebhardt sowie von Hermann Lunke für den Schützenbund schlossen sich an, bevor es nach dem Familien-Preisschießen mit zahlreichen Gästen und Vereinsmitgliedern zum gemütlichen Teil des runden Geburtstages überging. (hh)

 

GESCHICHTE DER SPORTSCHÜTZEN REKEN

Im November  1967 wurde der Verein der Sportschützen Reken von einigen Schießsportbegeisterten Rekenern gegründet. Es wurde in der Gaststätte Wüller „Up’n halven Weg“  im Saal mit dem Luftgewehr geschossen. Der Schießstand wurde zu jedem Schießen neu aufgebaut. Auf der Gründerversammlung wurde Karl Heinz Fassbender zum Vorsitzenden gewählt. Bei einem Monatsbeitrag von 2,-- DM begann der Verein, sich zu entwickeln.

Im Jahre 1975 zogen die Sportschützen Reken  in die neuen Räumlichkeiten unterhalb der Umkleidekabinen der Fußballvereins Westfalia Groß Reken (Berge ein. Dieses Gebäude wurde durch die Gemeinde errichtet und den Vereinen zur Verfügung gestellt. Es konnte nun auf fünf Schießbahnen a 10 Metern mit der Luftpistole sowie mit dem Luftgewehr geschossen werden. Man beantragte die Gemeinnützigkeit  und wurde zu einem „e.V.“ im Vereinsregister. Der Verein entwickelte sich. So wurden ein Kleinkaliber-Gewehr und eine Sportpistole angeschafft, mit denen auf Schießständen bei Nachbarvereinen trainiert wurde.

1984 wurden die Handkurbeln auf dem Luftdruckstand durch elektronische Scheibenzuganlagen ausgetauscht. Der Verein nahm an den Meisterschaften sowie den Rundenwettkämpen jährlich teil. Da sich in den 90er-Jahren die Anzahl der Schützen mit eigenen scharfen Waffen stetig stieg und alle Schützen zum Training auf geeigneten Schießständen weite Wege zurücklegen mussten, entstand die Vision, einen geeigneten Schießstand in Reken zu bauen. Nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung und der Besichtigung einiger Räumlichkeiten zeichnete sich aber ab, dass es zurzeit (1992) keine Möglichkeiten gab, dieses zu realisieren. So wurden die vorhandenen Räumlichkeiten zu einem gemütlichen Vereinsheim ausgebaut.

Im Jahr 2009 wurde durch die Politik das Konjunkturpaket II beschlossen, und der Verein bekam die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Reken sowie dem Sportverein Westfalia Groß Reken das vorhandene marode Gebäude zu sanieren und zu vergrößern. Nach ausgiebigen Planungen stand nun fest, dass an den Räumlichkeiten der Sportschützen Reken e.V. ein Anbau entstehen sollte, in dem eine Raumschießanlage für alle Kurzwaffenkaliber bis zu 2000 Joule entstehen würde.

So begannen die Mitglieder des Vereins im September 2009, mit einigen tausend Stunden Eigenleistung sowie mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Reken einen 30 Meter langen sowie 4,5 Meter breiten Kellerraum zu bauen. Die Baukosten beliefen sich auf 60.000 Euro. Nachdem die „Hülle“ der neuen Raumschießanlage fertig war, stellte der Verein einen Antrag an den Rat auf finanzielle Unterstützung für den Innenausbau. Nachdem diese genehmigt wurde, begannen die Mitglieder des Vereins mit dem Innenausbau der Raumschießanlage. Sie wurden durch die Erfahrung eines Schießstandsachverständigen begleitet. Die gesamten Baukosten für den neuen Schießstand sowie die Technik und die Renovierung betrugen 110.000 Euro.

Der Schießstandsachverständige bescheinigte dem Verein eine hohe handwerkliche Qualität in der Ausführung der Arbeiten und somit keine Bedenken zur Betriebserlaubnis. So eröffneten die Sportschützen Reken e.V. am 6. Oktober 2012 die neue Schießanlage mit einem offenem Wochenende, zu dem viele Gäste aus der Politik, der Wirtschaft, der Gemeindeverwaltung, den Nachbarvereinen, dem Kreisvorstand, die Bauhelfer, die Handwerksfirmen, Vereinsmitglieder sowie Bürger der Gemeinde Reken geladen waren.

Im Jahr 2015 begannen die Planungen, den bisherigen 10m-Druckluft-Schießstand mit einer elektronischen Ergebniserfassung auszustatten. Vorteil dieser Technik ist unter anderem, dass es möglich ist, mit Lichtgewehren, bei denen kein Projektil, sondern ein Lichtstrahl auf das Ziel trifft, Zielsport zu betreiben. Dies ist insbesondere für die Jugend bedeutsam, da für das „Schießen“ mit dem Lichtgewehr und der Lichtpistole keine Altersgrenzen bestehen.

Im 50. Jahr des Bestehens der Sportschützen Reken begannen Anfang 2017 die Umbaumaßnahmen. Neben umfangreichen Renovierungsarbeiten, die vollständig in Eigenleistung durchgeführt wurden, beschaffte der Verein für alle fünf Druckluftstände die nötige Messelektronik, es wurden insgesamt über 20.000 Euro investiert. Unterstützung erhielt der Verein von der Sparkassen-Stiftung. Nach der Eröffnung des modernisierten Druckluftschießstands wurden mit Hilfe der Spar-und Darlehnskasse drei Junior-Lichtgewehre, ein Erwachsenen-Lichtgewehr sowie zwei Lichtpistolen für insgesamt über 6.000 Euro beschafft.