11.06.2019

Herbert Wahlers zum Zweiten

Bei schwülwarmem Wetter pilgerten einige hundert Zuschauerinnen und Zuschauer am Pfingstmontag zum Auftakt der Rekener Schützensaison 2019 in Richtung Vogelstange zum Hülstener Sportplatz. Auf den Sportplatz? Ja, richtig gelesen. Den Standort hatte der Vorstand der örtlichen Bürgerschützen nicht etwa aufgrund schlechten Wetters, sondern allein wegen des angriffslustigen Eichenprozessionsspinners bestimmt. Die kleinen, für den Menschen gesundheitsschädlichen Raupen bevölkern den traditionellen Austragungsort in Holberndt’s Büschken derzeit in so großer Zahl, dass eine auch von der Gemeinde Reken dringend empfohlene Verlegung des Königsschießens nach „Hülsten City“ zur Sicherheit aller Gäste und Schützen unumgänglich war.

Eingerahmt von den Adjutanten präsentiert sich der neue Hülstener Thron: links das Ehrenpaar Berthold Lechtenberg und Doris Sender, in der Mitte das Königspaar Herbert Wahlers und Doris Lechtenberg und rechts das Ehrenpaar Ralf Sender und Doris Wahlers.

Die ungewöhnliche Umgebung in direkter Nachbarschaft zum Vereinsheim und zum Festzelt tat der Stimmung unter der Vogelstange überhaupt keinen Abbruch. Nach den obligatorischen Ehrenschüssen des noch amtierenden Königs, von Pater Jörg und von Bürgermeister Manuel Deitert ging’s um 12.20 Uhr los mit dem Vorgeplänkel um die Insignien des toll geschmückten hölzernen Federviehs, an dem sich zahlreiche Schützen beteiligten. Das Zepter holte sich schließlich Ralf Droste, der Apfel ging an Marc Rensing, der linke Flügel an Tommy Looks, der rechte Flügel an Niklas Kohlwey und die Krone an Max Schemmer. Danach startete der Endkampf um die Königskette, an dem sich Christian Knüver, Berthold Lechtenberg, Herbert Wahlers und Ralf Sender vehement beteiligten.

Anlegen, konzentrieren, genau zielen und abdrücken: Mit dem 416. Schuß holt Herbert Wahlers das Federvieh zu Boden.

Punkt 14.55 Uhr zeigte die Uhr, als ein lauter Aufschrei durch die gespannte Menge an den dicht umlagerten Theken auf dem Zeltvorplatz ging: mit dem insgesamt 416. Schuss holte Herbert Wahlers das schon arg zerrupfte Federvieh zu Boden. „Ich hab es geschafft, bin nach 1993 jetzt zum zweiten Mal Hülstener Schützenkönig“, stellte der Triumphator unmittelbar nach dem Volltreffer fest und verriet weiterhin: “Ich bin überglücklich, dass ich es gegen hartnäckige Konkurrenten geschafft habe, Nachfolger von Thomas Schemmer zu werden!“ Der neue Regent wurde natürlich an Ort und Stelle angemessen gefeiert, mit unzähligen Glückwünschen überhäuft und von seinem Vorgänger mit dem begehrten Schmuckstück ausgezeichnet.

Gleich nach dem Königsschuss feiert Herbert Wahlers auf den Schultern der Schützenkameraden seine zweite Regentschaft am Boombach.

Bedingt durch heftige Gewitterschauer fanden die abendlichen Zeremonien im gut gefüllten Fetzelt statt. Gegen 20 Uhr marschierte der strahlende „Doppel-König“ an der Seite seiner Königin Doris Lechtenberg ein, begleitet von den Ehrenpaaren Ralf Sender und Doris Wahlers sowie Berthold Lechtenberg und Doris Sender. Auf die Frage eines Gastes, warum die drei Throndamen Doris hießen, scherzte Adjutant Noppel Looks: „Gleiche Vornamen sind bei uns in Hülsten vorgeschrieben. Im Vorjahr hießen die Damen alle Elfriede!“ Zu den Rhythmen der Tanzband Nachtschicht wurde anschließend stundenlang geschunkelt, geschwoft und hin und wieder auch das eine oder andere Gläschen getrunken. „Es ging ganz schön hoch her, die Stimmung war wie auch auf den Feiern der Vortage wieder prächtig“, verriet der rundum zufriedene Hülstener Schützenchef Hermann Josef Benning. (hh)

Auch vom Publikum wird die neue Majestät gebührend und vor allen Dingen lautstark bejubelt.