06.12.2017

Ab Januar: Büro für Bürgerengagement und Vereinsförderung im VerBiz

Wenn man in Reken ehrenamtlich für das Gemeinwohl tätig werden möchte, dann ist das im Einzelfall, besonders auch für zugezogene Bürgerinnen und Bürger, zuweilen nicht ganz so einfach. Es stellen sich gleich haufenweise Fragen: An wen kann ich mich wenden? Wo wird meine Hilfe benötigt? Soll ich am besten alle Vereine, Institutionen, Schulen, Seniorenheime und Kitas abklappern? Oder bekomme ich vielleicht Hinweise im Rathaus? Auf der „Gegenfahrbahn“ gibt es ähnliche Probleme. Oft sind interessante Angebote vorhanden und es werden Freiwillige zur Mitarbeit gesucht. Doch wo sind solche Menschen zu finden, wie kann man in Kontakt zu ihnen treten?

Antworten auf all diese Fragen erhält man ab Januar in einer zentralen Anlaufstelle „Bürgerengagement und Vereinsförderung vor Ort“ (kurz: BuVO) im Vereins- und Bildungszentrum (VerBiZ) an der Overbergstraße, wo Angebot und Nachfrage zum Bürgerengagement gebündelt werden und zudem viele Informationen rund um’s Ehrenamt erhältlich sind. Dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr stehen dort Christoph Hartkamp vom Benediktushof und der Gemeindemitarbeiter Reinhold Rathmann (Tel. 02964 / 944-366, Email buvo@reken.de) allen Interessenten in einem Büro zur Verfügung. Das Konzept zum Projekt „BuVO“ stellte Haupt- und Schulverwaltungsamtsleiter Stefan Nienhaus den Mitgliedern des Schul-, Jugend-, Kultur- und Sportausschusses am 5. Dezember vor.

Im Lokalen Teilhabekreis (LTK) kam durch den Benediktushof-Mitarbeiter Christoph Hartkamp Anfang 2015 die Frage auf, ob in Reken nicht ein gemeindeunterstützender Dienst (GUD) installiert werden könnte, der niedrigschwellige Hilfen für Menschen mit Einschränkungen oder in Notlagen vermitteln sollte. In der Folge fanden zwischen dem Benediktushof und der Verwaltung Gespräche über die Möglichkeiten zur Einrichtung eines solchen Dienstes in den Räumen des Vereins- und Bildungszentrums (VerBiZ) statt. Zwecks Anschubfinanzierung des GUD stellt der Benediktushof im Juli 2015 einen Förderantrag bei der Aktion Mensch.

Die Verwaltung und die Katholische Kirche sahen begleitend zum Aufbau eines GUD die Chance, durch eine so genannte Freiwilligenagentur Potentiale im bürgerschaftlichen Engagement in Reken insgesamt noch besser auszuschöpfen und zu koordinieren. Gleichzeitig wurde eine Notwendigkeit gesehen, die Vereine und Organisationen noch mehr bei ihrer Arbeit zu unterstützen und zu entlasten. In vielen gemeinsamen Gesprächen ist aus diesem breiten Ideenspektrum  das Projekt „Bürgerengagement und Vereinsförderung vor Ort“ entstanden, dem neben dem Benediktushof als ursprünglichem Ausgangspunkt und der Gemeinde mittlerweile auch noch die Katholische und die Evangelische Kirche, der Caritasverband Borken und der Verein Leben im Alter angehören.

Im April 2017 erhielt der Benediktushof dann den Bewilligungsbescheid für den Aufbau eines GUD, von der Aktion Mensch mit 70% der Personalkosten für zwei Halbtagsstellen über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert, was weit über 100.000 Euro ausmacht. Gleichzeitig bekommt die Gemeinde Reken als eine von zehn NRW-Kommunen die Zusage zur Teilnahme am Projekt Entwicklungswerkstatt für kommunale Engagementstrategien (September 2017 – Dezember 2018), worum sie sich beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport (MFKJKS NRW) beworben hatte.

„Zunächst einmal wird das Büro Kontakt zu den Vereinen aufnehmen und Gespräche über mögliche Unterstützungsbedarfe führen. Hauptaufgabe des Büros ist die Beratung und Vermittlung von Ehrenamtlichen und die Vermittlung von Hilfen für Menschen mit Einschränkungen oder in Notlagen. Dazu wird eine Datenbank für Angebot und Nachfrage aufgebaut und eine Webseite für Bürgerengagement erstellt, die im kommenden Jahr online gehen soll“, hebt Stefan Nienhaus hervor. Aber auch die Beratung und Vermittlung zukünftiger Rentner, die Einführung einer Ehrenamtskarte, die Ausstellung von Engagement-Nachweisen sowie die Entlastung von Vereinen und Institutionen bei zunehmendem Büroaufwand und bei der Organisation von Fortbildungen stehen im Fokus. „Wir wollen die Menschen zusammenbringen, die zusammen gehören“, stellt Christoph Hartkamp fest und ergänzt: „Allerdings sind wir nicht so etwas wie ein Amazon für Dienstleistungen!“ (hh)