06.07.2019

125 Jahre Nachbarschaft Boom

Am 24. Juni 1894 trafen sich sämtliche Mitglieder der Nachbarschaft "Bömerhok", um eine Satzungsänderung zu beschließen und ein Nachbarfest zu feiern. Das waren damals die Familien Bröking (heute Benning), Emping (heute Schemmer), Nölkes (heute Bösdörfer), Rathmann (nicht mehr da), Küper (heute Niewerth) und Lechtenberg (heute Looks). Weil damals eine Satzungsänderung beschlossen wurde, muss also vorher schon eine Nachbarschaft bestanden haben. Da es jedoch die erste schriftliche Aufzeichnung der Nachbarschaft ist, wird dieses Datum aber als Gründungszeitpunkt der Nachbarschaft angenommen.

Zum 125-jährigen Jubiläum der Hülstener Nachbarschaft Boom hat Landwirt Hermann Josef Benning diesen Schriftzug in ein Feld an der Kreuzung Boom/Surendorf/Weskerhok gemäht.

Von 1894 bis 1914 wurde dann regelmäßig ein Nachbarfest gefeiert. In der Folgezeit fielen wegen der beiden Weltkriege die Nachbarfeste bis einschließlich 1950 aus. Das erste Nachbarfest nach dem Krieg war 1951, dann ging es nahtlos weiter. Der Zweck der Nachbarfeste ist, die enge Verbundenheit zwischen den Nachbarn zu vertiefen. Ein altes Sprichwort sagt: "En godden Naober iss sewwen maol mehr wert as`n wieten Frönd". Im Jahr 1994 konnte die Nachbarschaft das 100-jährige Bestehen feiern. Zu diesem Fest waren mehr als 300 Nachbarinnen und Nachbarn (auch ehemalige) eingeladen und erschienen.

Daniel Schemmer vom Festkomitee enthüllt die Gedenktafel „Nachbarschaft Boom 1894“ vor dem Hülstener Vereinsheim.

In diesem Jahr feierte man das 125-jährige Bestehen der Nachbarschaft mit mittlerweile 28 Familien am ersten Samstag im Juli direkt am Vereinsheim in Hülsten. Auch hierzu sind wieder alle aktuellen sowie ehemaligen Nachbarn und Nachbarinnen eingeladen worden. Das Fest begann um 9.30 Uhr mit einer Heiligen Messe unter einem Zeltdach auf dem Gelände am Vereinsheim. Anschließend erfolgte die Begrüßung durch das Organisationskomitee-Mitglied Daniel Schemmer, bevor ein Frühstücksbuffet eröffnet wurde. Zwischendurch berichtete Josef Sondermann über Begebenheiten, Ereignisse und Veränderungen in der Nachbarschaft aus den letzten 25 Jahren.

Mit einem tollen Fest feiern die aktuellen und ehemaligen „Boomer“ den 125. Geburtstag ihrer Nachbarschaft.

Gegen 12 Uhr besuchte der Kiepenkerl das Fest. Er kam hier und da mit den Nachbarn ins Gespräch und schenkte so manches Schnäpschen aus. Anschließend bot eine Klotschentanzgruppe eine sehenswerte und mit großem Applaus bedachte Tanzeinlage. Am Nachmittag sang dann für alle ein Shantychor, bevor Kaffee und Kuchen gereicht wurden und später auch Gegrilltes und so manches kühle Getränk begehrt waren. Natürlich tauschten die Mitglieder der Boom-Nachbarschaft auch so manches Döneken aus und feierten ein heiteres Fest, das auch nach dem Einbrechen der Dunkelheit längst noch nicht beendet war. Wann wird man schließlich auch schon einmal 125 Jahr alt? (pi/hh)

Josef Sondermann (81) läßt die Geschichte der Nachbarschaft mit interessanten Anekdoten und Begebenheiten noch einmal Revue passieren.