17.05.2018

»Rekske Platt«

„Rekske Platt“ - das ist der Titel eines Bachelorprojektes von Lydia Neuschmelting, das die 22jährige Lembeckerin zum erfolgreichen Abschluss ihres sieben Semester dauernden Studiums an der Folkwang Universität der Künste in Essen unter Betreuung ihrer Professoren Martin tom Dieck und Ralf de Jong zu erstellen hatte. Eine Ausfertigung ihrer Arbeit erhielt in diesen Tagen das Rekener Heimatarchiv, hatten ihr doch die Mitarbeiter dieser Einrichtung des Heimatvereins Reken maßgeblich bei der wissenschaftlichen Deutung der plattdeutsche Mundart im hiesigen Raum geholfen.

Das im Taschenbuchformat gebundene Werk stellt im ersten Teil ein illustriertes Dialekt-Wörterbuch zum Rekener Platt dar. Lydia Neuschmelting hat  an der Essener Uni „Kommunikationsdesign“ studiert und so begleiten in dem Buch graphische Darstellungen und  Illustrationen das Bachelorprojekt. Die früher in Reken wohnende Studentin stellt in einem einleitenden Text fest, dass der plattdeutsche Rekener Dialekt wenig gemein hat mit der hochdeutschen Sprache. „Hat man sich jedoch erst einmal an die lautlichen Unterschiede und Besonderheiten des Reksken Platt gewöhnt, so ist es recht einfach, viele Worte abzuleiten.“ schreibt Lydia Neuschmelting.

Lydia Neuschmelting (2.v.l.) übergibt eine Ausfertigung ihrer Bachelorarbeit „Rekske Platt“ an (v.l.n.r.) Hermann-Josef Holthausen (Leiter des Heimatarchivs), Karl-Otto Biedermann (Mitarbeiter im Heimatarchiv), Bernd Hensel (Vorsitzender des Heimatvereins Reken).

Viele Archivunterlagen unterstützten die Studentin aus der Nachbargemeinde Dorsten-Lembeck bei der ihrer umfangreichen Recherche über die plattdeutsche Mundart in Reken. „Vertellstückskes“ und plattdeutsche Geschichten aus dem 1987 vom Heimatverein Reken herausgegebenen Buch „Reken in vergangenen Tagen“, „Alte Rekener Sitten und Bräuche“ (seinerzeit zusammengestellt von Dr. med. Johann Benson)  sowie  eine „Sammlung Rekener Geschichten“, die Archivmitarbeiter Karl-Otto Biedermann  übersetzt hatte, bildeten unter anderem die Grundlage für den zweiten Teil der Bachelorarbeit. Auch die in Reken wohnenden Großeltern von Lydia Neuschmelting konnten ihrer Enkelin bei ihrer Abschlussarbeit helfen.

Hermann-Josef Holthausen war als Archivleiter besonders erfreut darüber, dass das Rekener Heimatarchiv wieder einmal unter Beweis gestellt hat, der hiesigen Bevölkerung auch über die eigenen Grenzen hinaus beim Forschen in der Vergangenheit helfen zu können. Vereinsvorsitzender Bernd Hensel legte Wert darauf, festzustellen, dass die jetzt von Lydia Neuschmelting als Dank übergebene Bachelorarbeit ein sichtbaren Zeichen dafür sei, dass das Heimatarchiv ein Gewinn für die Rekener Bevölkerung ist und dass das aktuelle Archivteam kompetent, engagiert, reibungslos  und hilfsbereit zusammenarbeitet. (pi/hh)