Gemeinderat beschließt Kompromiss zum Thema »Gedenken an Rekener Holocaust-Opfer«

Im Verlauf ihres Treffens vom 10. Juni einigten sich die Damen und Herren des Haupt- und Finanzausschusses einstimmig und parteiübergreifend auf einen Kompromiss zur Schaffung bleibender Erinnerungen an die Rekener Holocaust-Opfer, basierend auf fünf unterschiedlichen Anträgen der Fraktionen CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen (siehe RekenAktuell am 15.6.). Am letzten Mittwoch im Juni folgte der Gemeinderat jetzt der Empfehlung des Fachgremiums und fasste unisono folgenden Beschluss:

  • Der Rat bittet den Heimatverein, Vorschläge zu erarbeiten, und diese, wenn möglich, auch mit den Opfern der NS-Zeit oder deren Nachkommen abzustimmen. Er bittet hierbei, die Ideen zur Verlegung von Stolpersteinen, zur Widmung von Straßen, Plätzen und Gebäuden zu betrachten, die praktische Umsetzung dieser Maßnahmen zu planen und dem Gemeinderat entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.
  • Eine Delegation aus Schülern, Politik und Verwaltung wird zur Einweihung der Stele nach Riga entsendet. Zudem werden den Schulen nochmals Informationen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie des LWL zu Gedenkstätten und Museen im näheren Umfeld zur Verfügung gestellt.
  • Weiterhin distanzieren sich alle im Rat vertretenen Fraktionen aufgrund neuer Erkenntnisse vom vor 60 Jahren abgedruckten Nachruf des Amtes Heiden/Reken bzgl. des damaligen Amtsbürgermeisters Bösing. Die Gemeinde Reken nimmt den Nachruf zurück.
  • Weiterhin sind sich alle Fraktionen im Rat einig, im Zuge der Haushaltsberatungen einen entsprechenden Fonds zur Bekämpfung des Extremismus im nächsten Haushaltsplan einzurichten.

Durch den Gemeinderat ergänzt worden ist der Kompromiss lediglich durch den Zusatz, dass die Gemeinde Reken den vor 60 Jahren abgedruckten Nachruf des Amtes Heiden/Reken auf den damaligen Amtsbürgermeister Franz Bösing zurücknimmt. (hh)