Mit Glanz & Stil - und Abstand

Das Schuljahr 2019 / 2020 wird sicher allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben. Dies gilt besonders für die diesjährigen Abiturjahrgänge. Die Entwicklungen der letzten Monate hatten nicht nur zwischenzeitlich die Prüfungen ins Wanken gebracht, sondern erst recht den zusätzlichen Veranstaltungen wie Mottowoche und Abiball den „Knockout“ versetzt. Für das Gymnasium der Mariannhiller Missionare in Maria Veen jedoch gab es zumindest ein kleines Happy End: die Gemeinde Reken hatte den 71 Abiturient*innen die Dreifachturnhalle am Rathaus zur Verfügung gestellt. Dafür sprachen die Abiturientia, der Schulträger und die Schulleitung der Gemeinde einen großen Dank aus.

71 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare Maria Veen werden in der Rathaus-Sporthalle verabschiedet. (TW-Fotomedia/GMV)

So war am dritten Juni-Samstag auch in Zeiten des „Social Distancing“ eine würdige Verabschiedungsfeier möglich, oder, wie es die Stufe als Motto ausgerufen hatte: ein „Abgang mit Glanz & Stil“. Es wurde eine ganz besondere Veranstaltung, die geprägt war von der einzigartigen Mischung aus Festlichkeit, Wehmut, Freude und (ein wenig) den unvermeidlichen „viralen“ Hintergründen. Im ökumenischen Gottesdienst zu Beginn schauten die Schülerinnen und Schüler zurück auf die vergangene Zeit und die vielen gemeinsamen Erlebnisse, „die man später noch seinen Enkeln erzählt“. Auf der anderen Seite wurde auch nach vorne geblickt, auf die Möglichkeiten, die Ängste und die Hoffnungen.

Bürgermeister Manuel Deitert eröffnete den Reigen der Festansprachen und erinnerte mit der Anspielung, das Abitur sei ja wohl „mit Abstand“ der beste Abschluss, noch einmal an die „ganz besonderen Bedingungen“ in diesem Schuljahr. Gleichzeitig aber hob er auch hervor, wie sehr man in letzter Zeit nicht nur den Wert von Solidarität und Rücksicht erkannt habe, sondern auch, welche Berufe und Institutionen wichtig seien – „sogar Schule ist wichtig“. Auch Pater Hubert Wendl (als Vertreter des Schulträgers, also der Mariannhiller Missionare) sprach die speziellen Herausforderungen der letzten Monate an: „Wir wurden alle von etwas sehr Kleinem aus der Bahn geworfen und haben ganz neue Wörter gelernt: Distanzunterricht und Homeschooling zum Beispiel. Doch nun geht es mit Glanz und Stil auf das zu, was vor uns liegt!“ Er wünschte den SchülerInnen alles Gute und „mit Maske, Abstand und Mut“ den Weg in eine goldene Zukunft.

Mit gebührendem „Corona-Abstand“ verfolgen die Familien die Entlassfeier.

Schulleiterin Sigrid Kliem kam quasi mit Begleitung ans Rednerpult, denn sie richtete herzliche Grüße ihres Vorgängers Johannes Alings aus. Dieser hatte die Abiturient*innen einen Großteil ihrer Schulzeit als Rektor begleitet. Frau Kliem hob dann die besonderen schulischen Leistungen hervor: Alle 71 SchülerInnen hatten bestanden, 27-mal gab es sogar „die 1 vor dem Komma“. Besonders betonte die Schulleiterin aber das ausgeprägte soziale Engagement der Stufe, die vor allem dadurch an der Schule deutliche Spuren hinterlassen habe. Die wahren Freunde zu finden, aber auch selbst ein wahrer Freund zu sein, gab sie den Abiturient*innen als eine sehr wichtige Lebensweisheit mit auf ihren weiteren Lebensweg. Schulsprecher Justus Sander gab in seiner anschließenden Rede seiner Verblüffung über die Situation Ausdruck: „Mir wird jetzt erst klar, dass es nun vorbei ist“. Er sprach noch einmal die Unsicherheit an, die bei einem Abschluss aufkommt. Es sei aber auch eine Chance, eine „Zeit, aus der man was machen“ könne, vielleicht sogar, um ein „altes System umzuwälzen“.

Es folgte eine den Umständen geschuldete Pause zum Lüften und zur Selbstverpflegung im Freien, dann aber war es endlich so weit: Die Abiturzeugnisse fanden den Weg zu ihren stolzen Besitzer*innen, und umgekehrt wurden auch die LehrerInnen der Leistungskurse sowie die Schul- und Stufenleitung, der Oberstufenkoordinator und der Hausmeister mit sinnigen Präsenten überhäuft. Auch diese Dokumente und Geschenke verdeutlichten, dass für die Schule, für die Familien und vor allem für die Abiturient*innen ein neuer Abschnitt beginnt. Diese Stimmung verdeutlichte auf berührende Weise der „Song des Tages“: völlig ohne musikalische Begleitung hatte die Abiturientin Lea Röttgers zum Abschluss des Gottesdienstes den Raum nur mit ihrer Stimme gefüllt und der Veranstaltung den eigentlichen Titel gegeben: „A Million Dreams“. (Info des Gymnasiums der Mariannhiller Missionare/hh)

Abiturient*innen des GMV
Albersmann, Jonas - Baukholt, Marit - Bendrin, Chris Peter - Benning, Marius - Bergup, Verena - Bernemann, Jana  - Beutler, Jean - Böckenberg, Noah - Bremer, Steffen - Breuer, Judith - Brinkmann, Maja - Bukowski, Lukas - Bußmann, Leann - Domhöver, Marc - Faltmann, Nele - Frings, Laura - Gertz, Melissa - Heisterkamp, Kilian - Helgers, Lorena - Helgers, Samira - Hemsing, Hanna - Heppner, Henri - Inhestern, Lena - Jakubassa, Jenna Pearl - Kamp, Smilla - Kellers, Isabella - Kipar, Leonard - Knappe, Franka Maria - Knüver, Pascal - Koopmann, Felix - Lammerding, Chiara - Lammering, Jakob - Limberg, Sophia - Limberg, Marie - Löchtermann, Kai - Looks, Christina - Mast, Nils - Oing, Michel - Pelster, Elisa-Marie - Pierick, Nils - Prinz, Jasmin - Rathmann, Lea - Rehs, Marco - Rieken, Lara - Risthaus, Julian - Röhling, Bernd - Rottbeck, Johanna - Röttgers, Lea - Sander, Justus - Schäpers, Lena Josefine - Schmenk, Linnea - Schnermann, Justus - Schonebeck, Helena - Schöneis, Fabian - Schuchert, Johanna - Schulte Spechtel, Maria - Schwarzer, Sophie - Simon, Pia - Sindermann, Robin - Spring, Charly Joshua - Stroick, Annika - Stümmler, Laura - Sühling, Leandra - Teklote, Rebecca - Tembrink, Marie - Tenhagen, Laura - Thesing, Kristina - van Üüm, Emma - Weber, Nele - Wehser, Lina - Weßeling, Jannis

Die Schulleiterin Sigrid Kliem (oben), Bürgermeister Manuel Deitert (Mitte) und Pater Hubert Wendl (unten) für den Schulträger beglückwünschen die Abschlussschüler*innen.