23.04.2020

Politik bringt Hilfspaket auf den Weg

„Es wäre nicht anständig, wenn wir angesichts der Coronakrise auch in der Bilanz des laufenden Jahres wieder einen Überschuss ausweisen würden!“ Diese Aussage tätigte Manuel Deitert am vorletzten April-Mittwoch zum Tagesordnungspunkt „Corona-Pandemie“ in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, an der auch Vertreterinnen und Vertreter der MarketingGemeinschaft, der Wirtegemeinschaft, der Reken-Stiftung und der Landwirtschaft aktiv teilnahmen. Kämmerer Carsten Hövekamp hatte zuvor erläutert, dass der Finanzplan im Jahr 2019 mit einem Plus in der Gemeindekasse von 640.000 Euro abgeschlossen hat. Diese Aussicht veranlasste den Bürgermeister zu der Empfehlung, das Geld etwa in Höhe des 2019 erzielten Überschusses besser den Rekener Bürgerinnen und Bürgern zu Gute kommen zu lassen.

Im Verlauf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vorletzten April-Mittwoch im Forum - natürlich unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften - schnürt die Politik fraktionsübergreifend und einstimmig ein Hilfspaket über rund 645.000 Euro.

„Mit einer solchen Maßnahme können wir einen Anreiz dafür schaffen, das Geld in Reken auszugeben, damit ganz konkret den örtlichen Geschäfte, Gastronomen und Dienstleister helfen, deren finanzielle Einbußen durch die Coronakrise eindämmen und so dazu beitragen, die Rekener Betriebs-Infrastruktur zu erhalten“, stellte Deitert fest. Er trug mit seinen Ausführungen maßgeblich zu einem überparteilichen Kompromiss bei, der aus  einem SPD-Antrag (Gutscheine) und einem CDU/UWG-Antrag (Senkung der Grundsteuer) geschnürt wurde. Einstimmig hat man beschlossen:

  • Die Grundsteuer-Hebesätze werden in 2020 einmalig auf voraussichtlich 144 Punkte bei der Grundsteuer A und 297 Punkte bei der Grundsteuer B gesenkt, womit die Gemeinde rund 240.000 Euro an die Rekener Bürgerinnen und Bürger zurückzahlen wird. Die neuen Hebesätze für das laufende Jahr werden von der Verwaltung noch ausgearbeitet, danach in einen Nachtragshaushalt für die kommende Ratssitzung eingearbeitet.
  • Alle Rekener Bürgerinnen und Bürger - ganz egal welchen Alters - erhalten von der Gemeinde RekenerEinkaufsherzen mit einem Wert von 25 Euro, einlösbar nur in Rekener Geschäften und Gastronomien sowie bei Dienstleistern. Diese Gutscheine werden voraussichtlich im Juli, nach Genehmigung des Nachtragshaushalts, an alle Einwohner verschickt werden können. Hierfür wird die Gemeinde rund 370.000 Euro aufwenden.
  • Für die Monate April, Mai, Juni und Juli 2020 werden die Elternbeiträge für die OGS, die Übermittagsbetreuung und das Ferienhaus ausgesetzt, was die Gemeindekasse mit rund 35.000 Euro belasten wird.

Außerdem sprachen sich die Politiker*innen unisono dafür aus, das am letzten April-Samstag an den Start gehende Projekt „Einkaufsheld“ der MarketingGemeinschaft zu unterstützen. Diese stellt zunächst einmal 3.000 Bonushefte her, die für jeweils 25 Euro von jedermann online (www.mg-reken.de, später voraussichtlich auch an bestimmten Verkaufsstellen) erworben werden können und deren Druckkosten die Gemeinde übernimmt. Mit dem Heft wird den Käuferinnen und Käufer beispielsweise ein hochwertiges Poloshirt oder eine Großraumtasche mit entsprechenden Aufdrucken zugeschickt.

In der Folge bekommen die Bonusheft-Besitzer für jeden Einkauf im Wert von 10 Euro einen Mühlentaler, von denen 50 erforderlich sind, um das „Einkaufsheld-Heft“ zu füllen. Mühlentaler gibt es in Geschäften, selbstverständlich auch in Gastronomiebetrieben und bei Dienstleistern. Sind alle 50 Mühlentaler eingeklebt, wird man zum Rekener „Einkaufshelden“ und nimmt an einer Verlosung von tollen Preisen teil, die in Kürze noch benannt werden. Darüber hinaus wird eine spezielle „Heldenparty“ im neuen Jahr gefeiert für alle, die im Rahmen dieser Aktion dazu beigetragen haben, die Rekener Geschäftswelt im Jahr 2020 zu retten.

Auch der Reken-Stiftung sicherten die Damen und Herren des Haupt- und Finanzausschusses eine gemeindliche Hilfe bei der Unterstützung finanzschwacher Menschen in Reken zu. Bei der Aktion „Stiftungsherzen“ werden bedürftige Personen mit einem oder auch mehreren, ausschließlich in Rekener Geschäften, Restaurants oder sonstigen Betrieben einzulösenden Verzehrscheinen im Gegenwert von je 25 Euro bedacht. Erhältlich sind die Stiftungsherzen bei den Rekener Pastören sowie beim Vorstand der Reken-Stiftung in Person von Manuel Deitert (Vorsitzender), Marc Trzcinski (stellv. Vorsitzender) und Gabriele Overwiening (Vorstandsmitglied). (hh)