12.06.2020

Beitritt der Gemeinde Reken zum Riga-Komitee

In der Sitzung des Gemeinderates vom 19. Februar wurde einstimmig der Beitritt der Gemeinde Reken zum Deutschen Riga-Komitee beschlossen. Aufgabe dieses im Mai 2000 gegründeten Städtebündnisses ist es, an die über 25.000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die in den Jahren 1941 und 1942 aus vielen deutschen Städten und Gemeinden - auch aus Reken - nach Riga in Lettland deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 10. Juni wurde den Mitgliedern des Gremiums ein aktueller Sachstandsbericht zu dem Beitrittsverfahren gegeben, unter anderem von Jens Effkemann, dem Regionalgeschäftsführer Westfalen-Lippe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK).

 

Ursprünglich geplant war eine feierliche Beitrittsveranstaltung und Urkundenübergabe für den 22. Juli anlässlich eines Reken-Besuches von Dr. Roberts, dem in Australien lebenden Nachkommen der vom Holocaust betroffenen jüdischen Rekener Familie Levinstein. Leider musste dieser seine Reise aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie vorerst absagen. Die Gemeindeverwaltung steht über Georg Meirick, den früheren Rektor der Hauptschule, weiterhin in Kontakt mit Dr. Roberts und versucht, einen neuen gemeinsamen Termin für die Urkundenübergabe zu koordinieren.

 

Im Nachgang zu dem Sachvortrag wurde unisono und fraktionsübergreifend beschlossen, dass eine Delegation aus Verwaltung, Politik und Schüler*innen anlässlich der noch zu terminierenden Aufnahme der Gemeinde Reken in das Riga-Komitee zur Beitrittsveranstaltung und Einweihung einer entsprechenden Steele nach Riga reisen wird.

 

In Ergänzung und zur Unterstützung des Gedenkens an den Holocaust in Reken haben in der Zwischenzeit diverse Projekte stattgefunden. Bereits seit April 2019 führte das Rekener Jugendzentrum AREA48734 mit seinen Besuchern ein Holocaust-Projekt durch. Ein Ergebnis dieses Projekts ist der Film "Ein Fleck in der Geschichte – der Holocaust in der Gemeinde Reken". In diesem Film haben sich die Jugendlichen mit der Vergangenheit und dem Schicksal der jüdischen Rekener in der Gemeinde auseinandergesetzt. Die Wanderausstellung "Zeitenwende '45 – Aufbruch in ein neues Europa" des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge war bis zum 9.6. im Foyer des Rathauses zu sehen. Die Ausstellung wurde aus Anlass des Kriegsendes vor 75 Jahren am 20. Mai eröffnet. (BV/hh)