Sport-Integrationspark in Maria Veen?

Die Gemeinde Reken setzt sich für die Integration von Menschen mit Behinderung, Migrationshintergrund oder besonderen sozialen Schwierigkeiten (u. a. Wohnungslosigkeit) jeglichen Alters ein. Besonders in Maria Veen spielt die Integration eine wichtige Rolle. Durch den Benediktushof, die Brückenschule, das Haus Maria Veen sowie durch den Orden der Mariannhiller Missionare und das Jugendhaus Mariannhill ist das Thema Integration im Quartier täglich allgegenwärtig. Dabei kann gerade der Sport als Motor der Integration helfen, denn er führt die Menschen zusammen und vermittelt ein Zugehörigkeitsgefühl. Derzeit befinden sich in Maria Veen vier Sportanlagen, die isoliert von den genannten Einrichtungen und den örtlichen Vereinen genutzt werden.

Die Gemeinde Reken beabsichtigt nun, die Sportanlage am Gymnasium der Mariannhiller Missionare zu sanieren und modernisieren und ein multifunktionales Gelände des Breitensports und der Bewegung mit Anbindung an das Gymnasium zu schaffen, an dem sich Menschen begegnen können, unabhängig von Einkommen, körperlicher oder psychischer Einschränkungen, der Herkunft oder der Religion. Unabdingbare Voraussetzung ist allerdings eine Förderzusage des Landes aus dem Investitionspaket "Soziale Integration im Quartier 2020". „Die endgültige Entscheidung über unseren Antrag fällt im kommenden Jahr im Ministerium, und es ist kaum möglich, eine Prognose über den Ausgang abzugeben“, warnt Bürgermeister Manuel Deitert vor allzu euphorischen Erwartungen, fügt aber hinzu: „Keine Frage, dass unser Projekt haargenau in das  Förderprogramm passt. Sollte es trotzdem nicht klappen, versuchen wir es eben ein Jahr später erneut.“

Gerade die Sportanlage am Gymnasium in Maria Veen bietet sich an. Die Sportanlage verfügt über eine komplette Infrastruktur, ist gut mit Bus und Bahn erreichbar und bietet als einzige Anlage die strukturellen und örtlichen Voraussetzungen zum Bau einer behindertengerechten Tartanbahn. Die vorhandenen Sportanlagen auf dem Gelände müssten in den kommenden Jahren allesamt saniert werden. Aus wirtschaftlichen Aspekten würden die o. g. Einrichtungen erfahrungsgemäß dann auf die Kommunalverwaltung zukommen und mittels Zuschussanträgen um finanzielle Unterstützung bitten.

Um dem vorwegzugreifen, sieht die Verwaltung hier an zentraler Stelle eine zukunftsorientierte und nachhaltige Möglichkeit, dass alle Einrichtungen, Vereine und Verbände von der neuen Sportanlage partizipieren. Es soll ein barrierefreier, integrativer und inklusiver Treffpunkt aller Einwohner werden, wo Menschen und Familien aller sozialer Schichten und körperlicher Einschränkungen sich austauschen, Gespräche suchen und über die Einrichtungen hinaus Kontakte pflegen können. Der Sport-Integrationspark Maria Veen kann ein weiterer attraktiver
Schwerpunkt für Kommunikation, Austausch und ein gutes Miteinander werden. Das Planungsbüro Kemper aus Dorsten hat hierzu einen Konzeptplan entworfen und eine erste Kostenschätzung aufgestellt. Für die barrierefrei geplante Gesamtmaßnahme inklusive Tartanbahn mit sechs Laufbahnen, Rasenplatz, Multifunktionsgebäude, Parkplätzen, einem Multifunktionsspielfeld sowie einem Spiele- und Aufenthaltsbereich fallen Kosten in Höhe von 5.840.429 Euro an. Die zuwendungsfähigen Kosten belaufen sich auf 5.256.386 Euro (90 %) bei einem Eigenanteil von 584.042 Euro. Die finanziellen Mittel sollen in den Haushaltsplan 2020 aufgenommen werden. (bv/hh)

Einstimmig fasste der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss folgende Beschlussempfehlung an den Gemeinderat für dessen Sitzung am 21. November:

  • Der Rat der Gemeinde Reken beschließt, der Planung gemäß dem Vorplanungsentwurf vom 25.9.2019 zuzustimmen. Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Haushalt 2020 und ff. zu veranschlagen.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, für die Förderung aus dem Investitionspaket "Soziale Integration im Quartier 2020" die erforderlichen Zuschussanträge bei der Bezirksregierung Münster zu stellen.
  • Die Maßnahme sowie die Inanspruchnahme der entsprechenden Haushaltspositionen stehen unter dem Vorbehalt einer Förderzusage.