Sakristei-Grundsteinlegung an der Alten Kirche

„Die Kirche St. Simon und Judas ist als Wahrzeichen im Rekener Wappen enthalten. Neben der Windmühle ist sie ein ganz besonderes Schmuckstück in unserer Kommune“, unterstreicht Bürgermeister Manuel Deitert. Am letzten Freitag im April kam der Gemeindechef mit Pastor Thomas Hatwig, dem Architekten Hubert Kipp, der Pastoralreferentin Elisabeth Stein, Pater Cyril Stephen, einigen Vertretern des St. Heinrich-Kirchenvorstandes und mehreren Bauarbeitern an der Alten Wehrkirche zusammen, um die Grundsteinlegung zur Errichtung einer Sakristei mit integriertem barrierefreien WC zu feiern. Nach der für den Herbst vorgesehenen Fertigstellung des Anbaus folgt eine Sanierung der Außenfassade, bevor sich eventuell im kommenden Jahr die Renovierung des Innenraums samt Kanzel, der Altare, der Möblierung und des musealen Bereichs anschließen könnte.

Architekt Hubert Kipp, Bürgermeister Manuel Deitert und Pastor Thomas Hatwig (v.l.n.r.) nehmen die Grundsteinlegung vor und legen eine Zeitkapsel in einen Hohlraum über dem Fundament des Sakristei-Anbaus an der Alten Kirche.

Hubert Kipp hatte für die traditionelle Zeremonie eine eigens angefertigte Kupferrolle mitgebracht, die er als Zeitzeugnis mit einer Urkunde, der aktuellen Ausgabe der BZ und einigen Geldmünzen füllte. Nach dem Verschließen und der Segnung durch den Pastor wurde die Hülse in einen Hohlraum über dem bereits fertiggestellten Fundament des kubusförmigen Anbaus gelegt. „Diese Stelle wird später in der Verblendung mit einem besonderen Stein und der Jahreszahl 2019 gekennzeichnet“, erläutert der Architekt und fügt an, dass die die Ausbesserungen am Entwässerungssystem der Kirche nach dem Fällen einiger Bäume bereits erfolgt und abgeschlossen seien.

Hubert Kipp präsentiert eine Urkunde, die zusammen mit einer aktuellen BZ-Ausgabe und einigen Münzen als Zeitzeugnis dient.

Die Wehrkirche ist zweite Pfarrkirche im Ortsteil Groß Reken, wird in letzter Zeit verstärkt und immer häufiger für Hochzeiten, Ehejubiläen und Beerdigungen angefragt und auch des Öfteren für Gottesdienste genutzt. „Das einzigartige Ambiente sowie der kleinere Raum führen zu einer intensiveren Atmosphäre. 80 Besucher verlieren sich in der Kirche St. Heinrich mit knapp 500 Sitzplätzen. In St. Simon und Judas sitzt eine solche Gruppe näher zusammen, wodurch ein besseres Gemeinschaftsgefühl geweckt wird“, betont Thomas Hatwig, und Manuel Deitert ergänzt: „Auch aufgrund der zunehmenden Nachfrage benötigt die Alte Kirche unbedingt eine Sakristei. Zurzeit zieht sich der Pastor nämlich noch in einem Heizungsraum mit niedriger Decke um. Man musste jetzt einfach etwas tun. Außerdem ist es an der Zeit, dass für die Kirchen- wie auch für die Museumsbesucher endlich eine barrierefreie Toilette vorhanden ist.“ (hh)

Vor der Grundsteinlegung und dem Einmauern segnet Pastor Hatwig die gefüllte und fest verschlossene Hülse.

St. Simon und Judas
Die 1187 eingeweihte Wehrkirche Simon und Judas in Groß Reken ist eine der wenigen Kirchen im Kreis Borken, deren ursprünglicher Charakter sich über die Jahrhunderte nicht verändert hat. 1969 wurde in der zweischiffigen Saalkirche zusätzlich ein Sakrales Museum mit liturgischem Gerät, Büchern, Paramenten und Skulpturen aus mehreren Epochen eröffnet. Bei den Exponaten handelt es sich um Leihgaben der Kirchengemeinde St. Heinrich und des Kreises Borken. Zur Ausstattung der Kirche gehören der Hochaltar von 1656, ein Seitenaltar (2. Hälfte 17. Jh.), eine geschnitzte Kanzel (um 1700), das Chorgestühl (Ende 15 Jh.) und ein Taufstein (13. und 18 Jh.). Mehrmals im Jahr rückt das im Gotteshaus in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wenn der für die Alte Kirche zuständige Gästeführer Raimund Wolter zusammen mit der Gemeinde alle Interessierten zu Führungen durch den kunst- und kulturhistorischen Schatz einlädt. Kontakt: Raimund Wolter (Tel. 02864/4759) oder Tourist-Info Reken (Tel. 02864/944035).

Bei den Bauarbeiten zur zum Anbau einer Sakristei an die Alte Kirche werden die Grundmauern der historischen Sakristei entdeckt, die 1964 wegen Baufälligkeit abgebrochen worden ist.