21.02.2019

Repair Café Reken nimmt Formen an

Der Stuhl mit wackligem Bein, der CD-Spieler mit defekter Klappe, der Wasserkocher oder der Staubsauger verweigert seinen Dienst, der Wollpullover mit einem Loch am Ellbogen, das Fahrrad mit kaputter Schaltung. Also weg mit dem alten Zeug auf den Müll und ein neues Produkt kaufen! Oder? Es gibt doch eine Alternative: Reparatur. Sie ist nachhaltiger und günstiger. Überall im Land, so in Bocholt, Coesfeld, Dorsten und Barkenberg, wurden bereits mit großem Erfolg einladende Treffpunkte eingerichtet, in denen man defekte Gegenstände fachkundig und in entspannter Atmosphäre gegen eine Spende reparieren lassen und ganz nebenbei bei Frühstück, Kaffee und Kuchen Kontakte knüpfen und pflegen kann. Einen ersten Schritt in Richtung eines solchen Repair Cafés in Reken hat  Mitinitiator Hubert Breuer zusammen mit dem Ehrenamtsbüro BuVO jetzt im Rahmen der Aktion „Offenes Ohr, helfende Hand“ gemacht.

32 interessierte und ausgebildete Handwerker sowie routinierte Hobbybastler informieren sich über das geplante Repair Café Reken.

Nicht weniger als 32 ausgebildete Handwerker - beispielsweise vom KfZ-Meister über den Mechatroniker, Zimmermann, Elektriker und Elektroniker bis hin zum IT-Spezialisten - sowie langjährige routinierte Heimwerker kamen zu einer ersten Infoveranstaltung ins St. Heinrich-Pfarrheim, um Interesse an dem Vorhaben und ihre ehrenamtliche Mitarbeit als „Reparateure“ zu bekunden. Wie solch ein Projekt in der Realität abläuft, berichtete Michael Kühnen vom Repair Café Bocholt aus seinen jahrelangen Erfahrungen: „Man braucht eine Reihe freiwilliger Helfer mit eigenem Werkzeug und natürlich geeignete Räume, in denen man reparieren und auch ein Café betreiben kann. Wir bieten zwei Termine je Monat an, haben dabei bis zu 80 Besucher mit defekten Geräten und finanzieren uns rein aus Spenden für reparierte Gegenstände. Unsere Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. Wichtig ist, dass die Termine von der Kommune und den örtlichen Medien kommuniziert werden.“

Hubert Breuer (Mitte), Mitinitiator des Projektes neben dem Ehrenamtsbüro BuVO, berichtet wie auch Michael Kühnen (r.) vom Repair Café Bocholt über geplante Abläufe und Details.

Wie Hubert Breuer anschließend mitteilte, wird das Bocholter Team dem Rekener Repair Café in der Anfangszeit sowohl in der Organisation als auch in der Praxis hilfreich zur Seite stehen. Natürlich dürften die Kunden den Handwerkern bei der Arbeit über die Schultern schauen und auch ein wenig mithelfen oder die Wartezeiten bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen verbringen, berichtete er weiter und sagte zur Vorgehensweise nach Absprache mit den Anwesenden: „Unser nächstes Treffen findet am Freitag, 8. März um16.30 Uhr wieder hier im Pfarrheim St. Heinrich statt. Wir sollten dann über Aufgabenverteilungen und Termine beraten und möglicherweise schon entsprechende Räumlichkeiten für das Repair Café Reken besichtigen. Weitere handwerklich oder organisatorisch ausgebildete Interessenten und gerne auch Helferinnen und Helfer für das Café sind dabei herzlich willkommen.“ (hh)