23.01.2020

Moderne Klänge im Gymnasium

Unter Kammermusik wird heute die Musik für kleine Instrumental-Ensembles im Gegensatz zur Musik für Orchester verstanden. Auf dieses Genre hat sich der bekannte Komponist, Pianist und Perkussionist Günther Wiesemann (63) aus Hattingen an der Ruhr spezialisiert, der von der Fachschaft Musik des Maria Veener Gymnasiums am vorletzten Januar-Mittwoch zu einem Kammermusikkonzert in der Aula begrüßt wurde. Anwesend waren die Schüler*innen der Oberstufenkurse Musik und einige weitere Interessierte, um sich einen authentischen Einblick in die zeitgenössische Neue Musik zu verschaffen, den ungewohnten Klängen zu lauschen und mit dem Komponisten und Interpreten ins Gespräch zu kommen.

Der bekannte Komponist und Instrumentalist Günther Wiesemann entführt sein Publikum in die Welt der Neuen Musik.

Dazu gab es in etwas mehr als einer Stunde ausreichend Gelegenheit. Günther Wiesemann stellte Auszüge aus seinem umfangreichen Werk vor und gab die Stücke „Illumination“ (Klavier solo), „On se tutoie“ (Schlaginstrumente), „Devotion“ (Schlaginstrumente), „Wegseits - gefunden“ (Klavier) und „Le lendemain“ (Klavier und Gong) zum Besten. Dabei nutzte er einfache Schlaginstrumente aus Eisen, Holz und Fell und setzte den Flügel auf ganz unorthodoxe Art und Weise ein. Er spielte nicht nur mit den Tasten und Pedalen, sondern griff immer wieder auch in den Klangkörper, zupfte und dämpfte die Saiten oder erzeigte ungewohnte Klaviertöne mit einem Schlegel.

Zwischen den einzelnen Musikblöcken beantwortete der Künstler Fragen aus dem Auditorium. So teilte er mit, dass er die Ideen zu seinen Kompositionen hin und wieder aus dem Hören aktueller wie früherer - auch eigener  Musik - schöpfe, die dann in völlig veränderter Form wieder aus seinem Kopf heraus kämen. Einfälle entstünden ganz spontan aber auch beim Laufen und Joggen oder beim Betrachten von Gemälden und generell von Kunst. Auf die Frage einer jungen Dame, ob für ihn auch die absolute Stille Musik sei, antwortete Wiesemann: „Eine Kunstaktion ja, aber Musik nein - es ist eher die Verweigerung von Musik. Musik beginnt für mich erst, wenn Geräusche mit Absicht kreativ gestaltet und moduliert werden.“ (hh)