30.01.2020

Mini- und Midijobs: Alles, was wichtig ist!

Der Minijob – auch nach über vier Jahrzehnten ist er immer noch eine beliebte Beschäftigungsform – vor allem bei Frauen. Bei einem Treffen im Sitzungszimmer des Rekener Rathauses haben die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Borken jetzt eine überarbeitete Broschüre „Geringfügige Beschäftigung – sozial-, steuer- und arbeitsrechtliche Grundlagen“ vorgestellt, die ab sofort kreisweit bei den Gleichstellungsbeauftragten aller Kommunen erhältlich ist.

Christine Ameling, Sabine Rentmeister, Anna Grütering-Woeste, Christiane Betting und Ursula Mußenbrock (oben v.l.n.r.) sowie Ute Schulte, Cordula Mauritz, Edith Brefeld und Irmgard Paßerschroer (unten v.l.n.r.), die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken, präsentieren die überarbeitete und aktualisierte Broschüre „Geringfügige Beschäftigung“.

„Auf rund 100 Seiten wird in der neu aufgelegten Broschüre all das erklärt, was Arbeitnehmer*innen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung (Minijob) sowie mit einem Einkommen zwischen 450 und 1.300 Euro (Midijob beziehungsweise Übergangsbereich) über ihre Rechte und Pflichten wissen sollten“, erklärt Irmgard Paßerschroer. Minijobs gibt es in fast jeder Branche. Vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie, aber auch im medizinischen Bereich sind häufig Beschäftigte im Bereich der Mini- und Midijobs tätig.

Die Broschüre liefert in fünf Kapiteln einen Überblick über aktuelle Änderungen im Bereich der Mini- und Midijobs, Begriffserklärungen aus dem Arbeitsumfeld sowie sozial-, steuer- und arbeitsrechtliche Grundlagen. Nach anfänglichen Unsicherheiten ist mittlerweile bei den Minijobberinnen und Minijobbern und bei allen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern angekommen, dass der 2015 eingeführte Mindestlohn natürlich auch für alle Beschäftigten im Minijob gilt.

Bis 2016 betrug der Mindestlohn 8,50 Euro pro Stunde. Seit Januar dieses Jahres wurde er auf 9,35 Euro angehoben. In einigen Branchen gibt es spezielle Mindestlöhne – seit 2018 dürfen diese aber nicht mehr unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass die geringfügig Beschäftigten nicht mehr eine beliebige Anzahl von Stunden im Monat arbeiten können, sondern maximal noch 48 Stunden/Monat. Bei mehr als 12 Stunden pro Woche wird also die Minijobgrenze in Höhe von 450 Euro monatlich überschritten.

Eine Neuerung betrifft die sogenannte „Gleitzone“, bislang für Entgelte zwischen 450 und 850 Euro. Diese ist nun auf bis zu 1.300 ausgeweitet worden und heißt zur Unterscheidung von der bisherigen Regelung nun „Übergangsbereich“. „So profitieren deutlich mehr Beschäftigte von niedrigeren Sozialversicherungsbeiträgen als bisher“, erläutern Cordula Mauritz und Sabine Rentmeister, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stadtlohn und der Gemeinde Reken.
Genau wie das Gesetz zum Mindestlohn gelten auch alle anderen Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Beschäftigten im Minijob: zum Beispiel das Bundesurlaubsgesetz, das Gesetz zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und das Kündigungsschutzgesetz. Ebenfalls gelten fast alle Tarifverträge auch für die Minijobberinnen und Minijobber.

„Es ist leider immer noch oft so, dass den Beschäftigten diese Rechte und Zahlungen nicht gewährt werden. Dagegen können Sie sich als Betroffene nur selbst wehren, wenn Sie sich gut informieren und auf die Einhaltung der Gesetze bestehen“, so Ute Schulte, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rhede. Neben der Info-Broschüre bietet die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Borken auch in diesem Jahr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frau und Beruf“ wieder Informationsabende zum Thema Arbeitsrecht und darin auch zu Mini-/Midijobs an.

Die Veranstaltungen finden am 14. Mai in Vreden (Rathaus), am 4. Juni in Borken (Rathaus), am 12. November in Rhede (Rathaus), am 26. November in Gronau (Driland Kolleg) und am 2. Dezember in Bocholt (Historisches Rathaus) statt. Der Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Wer sich über das Thema informieren möchte, findet die Broschüre „Geringfügige Beschäftigung – sozial-, steuer- und arbeitsrechtliche Grundlagen“ im Internet unter www.kreis-borken.de/Gleichstellung. Das kostenlose Informationsheft liegt außerdem ab sofort im Kreishaus Borken sowie in den Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Kreisgebiet aus. (pi/hh)